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Waldschäden

Wälder sind vielen biotischen und abiotischen Einflüssen von außen ausgesetzt, die für Störungen im Waldökosystem sorgen können. Dies können z. B. Insektenfraß, pathogene Pilze, komplexe Erkrankungen oder Witterungsereignisse sein. Durch die Erfassung biotischer und abiotischer Schadfaktoren kann man Risiken für unsere Wälder frühzeitig erkennen und ihnen unter Umständen rechtzeitig entgegenwirken.

Überwachung von Schaderregern

Einige wichtige, forstlich relevante Schaderreger werden im Rahmen des Monitorings durch die Abteilung Waldschutz überwacht. Die Ergebnisse dieser Überwachungen werden im Waldschutz-Meldeportal der NW-FVA erfasst. Die regelmäßige Kontrolle in einem Netz ausgewählter Überwachungsstandorte liefert Informationen zur Populationsentwicklung der Schaderreger und ermöglicht eine Prognose bevorstehender Massenvermehrungen sowie eine individuelle Risikoeinschätzung. Hierbei werden die Wechselbeziehungen zwischen den Schaderregern und dem Gesundheitszustand der Bäume berücksichtigt. Die Waldbesitzenden und Forstbetriebe werden bei den Überwachungsmaßnahmen unterstützt und beraten, und es erfolgen ggf. Empfehlungen für Gegenmaßnahmen.

Über das  Waldschutz-Meldeportal erfassen die Forstbetriebe auch die Schäden durch biotische oder abiotische Ursachen. Dadurch wird das Ausmaß der Schäden dokumentiert; Waldbesitzende und Forstbetriebe können diese Informationen darüber hinaus für die betriebliche Praxis weiter nutzen.

Erfassungsmethoden laufend weiterentwickeln

Die Erfassung von Schaderregern als Basis jeglicher Waldschutzmaßnahmen benötigt schnelle und sichere Verfahren der Datenerfassung. Insbesondere die Schadenserfassung mit Fernerkundungsmethoden wurde in den letzten Jahren immer bedeutsamer. Bereits seit den 1980er Jahren erfolgte dazu der Einsatz analoger Luftbilder mit manuellen Auswertungstechniken. Heute liegt der Einsatz- und Forschungsschwerpunkt auch an der NW-FVA auf Luft- und Satellitenbilddaten und deren automatisierter Auswertung. Dabei spielen vorrangig optische Sensoren eine Rolle, aber auch Radar- und Lasersensoren. Einen breiten Raum nehmen mittlerweile Anwendungsentwicklungen ein, mit denen Ergebnisse von Grundlagenforschung für die Praxis in Forstbetrieben und Administrationen nutzbar gemacht werden.

Flächendeckendes Monitoring durch jährliche Waldzustandserhebung

Die Waldzustandserhebung (WZE) ist Teil des forstlichen Umweltmonitorings. Sie liefert als Übersichtserhebung Informationen zur Vitalität der Waldbäume unter dem Einfluss sich ändernder Umweltbedingungen. Auch die Waldschäden werden im Rahmen dieses Monitorings erfasst.

Das Stichprobenraster der WZE ist darauf ausgelegt, die gegenwärtige Situation des Waldes landesweit repräsentativ abzubilden. Die WZE erfolgt auf mathematisch-statistischer Grundlage. Die Erhebungen der festgelegten Parameter an den Stichprobenpunkten erfolgen jährlich im Juli und August. Sie werden nach national und international abgestimmten Standards durchgeführt und sind mit qualitätssichernden Maßnahmen sorgfältig überprüft.

Bei der WZE erfolgt eine visuelle Beurteilung des Kronenzustandes der Waldbäume, denn Bäume reagieren auf Umwelteinflüsse u. a. mit Änderungen in der Belaubungsdichte und der Verzweigungsstruktur. Wichtige Parameter sind die Kronenverlichtung der Waldbäume, die Vergilbung an Nadeln und Blättern, die Absterberate und die Ausfallrate (planmäßige und außerplanmäßige Nutzungen). Die Stichprobe der WZE vermittelt auch ein zahlenmäßiges Bild zu den Einflüssen durch Stürme, Witterungsextreme sowie Insekten- und Pilzbefall. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung werden jährlich als Waldzustandsbericht veröffentlicht.

Beteiligte Sachgebiete:
Publikationen:

Eichhorn J., Roskams P., Potočić N., Timmermann V., Ferretti M., Mues V., Szepesi A., Durrant D., Seletković I., Schröck H.W., Nevalainen S., Bussotti F., Garcia P., Wulff S. (2016): Visual Assessment of Crown Condition and Damaging Agents. In: UNECE ICP Forests Programme Co-ordinating Centre (Hrsg.): Manual on methods and criteria for harmonized sampling, assessment, monitoring and analysis of the effects of air pollution on forests. Thünen Institute of Forest Ecosystems, Eberswalde, 49 S.

Elsner G., Hansen J. (2017): Das Waldschutz-Meldeportal der NW-FVA. AFZ-DerWald 72(18): 59–61.

Meining S., Bauer A., Dammann I., Gawehn P., Schröck H.W., Wendland J., Ziegler Ch. (2007): Waldbäume: Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen bei Waldbäumen, 2.überarb. Aufl. Verlag M. Faste. 130 S.

Rohde M., Langer G., Hurling R., Plašil P. (2020): Trockenheit verschärft Borkenkäfergradation. Deutscher Waldbesitzer (3): 21–24.

Wellbrock N., Eickenscheidt N., Hilbrig L., Dühnelt P.-E., Holzhausen M., Bauer A., Dammann I., Strich S., Engels F., Wauer A. (2018): Leitfaden und Dokumentation zur Waldzustandserhebung in Deutschland. Thünen Working Paper, Bd. 84. Braunschweig. 97 S.