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Waldschäden

Schaderreger

Wälder sind vielen Störungen durch z. B. Insektenfraß, pathogene Pilze, komplexen Erkrankungen oder Witterungsereignissen ausgesetzt. Durch die Erfassung biotischer und abiotischer Schadfaktoren kann man Risiken für unsere Wälder frühzeitig erkennen und ihnen unter Umständen rechtzeitig entgegenwirken.

Einige wichtige, forstlich relevante Schaderreger werden im Rahmen des Monitorings durch die Abteilung Waldschutz überwacht. Die Ergebnisse dieser Überwachungen werden im Waldschutz-Meldeportal der NW-FVA erfasst. Die regelmäßige Kontrolle in einem Netz ausgewählter Überwachungsstandorte liefert Informationen zur Populationsentwicklung der Schaderreger und ermöglicht eine Risikoeinschätzung und Prognose bevorstehender Massenvermehrungen. Hierbei werden die Wechselbeziehungen zwischen den Schaderregern und dem Gesundheitszustand der Bäume berücksichtigt. Die Waldbesitzenden bzw. Forstbetriebe werden bei den Überwachungsmaßnahmen unterstützt und beraten, und es erfolgen ggf. Empfehlungen für Gegenmaßnahmen.

Im Waldschutz-Meldeportal erfassen die Forstbetriebe auch die Schäden durch biotische oder abiotische Ursachen. Dadurch wird das Ausmaß der Schäden dokumentiert, und Waldbesitzende und Forstbetriebe können diese Informationen außerdem für die betriebliche Praxis weiter nutzen.

Waldzustandserhebung

Die Waldzustandserhebung (WZE) ist Teil des Forstlichen Umweltmonitorings. Sie liefert als Übersichtserhebung Informationen zur Vitalität der Waldbäume unter dem Einfluss sich ändernder Umweltbedingungen. Das Stichprobenraster der Waldzustandserhebung ist darauf ausgelegt, die gegenwärtige Situation des Waldes landesweit repräsentativ abzubilden.

Die Waldzustandserhebung erfolgt auf mathematisch-statistischer Grundlage. Die Erhebungen der WZE-Parameter an den Stichprobenpunkten erfolgen jährlich im Juli und August. Sie werden nach national und international abgestimmten Standards durchgeführt und sind mit qualitätssichernden Maßnahmen sorgfältig überprüft.

Bei der Waldzustandserhebung erfolgt eine visuelle Beurteilung des Kronenzustandes der Waldbäume, denn Bäume reagieren auf Umwelteinflüsse u. a. mit Änderungen in der Belaubungsdichte und der Verzweigungsstruktur. Wichtige Parameter sind die Kronenverlichtung der Waldbäume, die Vergilbung an Nadeln und Blättern, die Absterberate und die Ausfallrate (planmäßige und außerplanmäßige Nutzungen). Die Stichprobe der Waldzustandserhebung vermittelt auch ein zahlenmäßiges Bild zu den Einflüssen durch Stürme, Witterungsextreme und Insekten- und Pilzbefall. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung werden jährlich als Waldzustandsbericht veröffentlicht.

Beteiligte Sachgebiete:
Publikationen:

Eichhorn J., Roskams P., Potočić N., Timmermann V., Ferretti M., Mues V., Szepesi A., Durrant D., Seletković I., Schröck H.W., Nevalainen S., Bussotti F., Garcia P., Wulff S. (2016): Visual Assessment of Crown Condition and Damaging Agents. In: UNECE ICP Forests Programme Co-ordinating Centre (Hrsg.): Manual on methods and criteria for harmonized sampling, assessment, monitoring and analysis of the effects of air pollution on forests. Thünen Institute of Forest Ecosystems, Eberswalde, 49 S.

Elsner G., Hansen J. (2017): Das Waldschutz-Meldeportal der NW-FVA. AFZ-DerWald 72(18): 59–61.

Meining S., Bauer A., Dammann I., Gawehn P., Schröck H.W., Wendland J., Ziegler Ch. (2007): Waldbäume: Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen bei Waldbäumen, 2.überarb. Aufl. Verlag M. Faste. 130 S.

Rohde M., Langer G., Hurling R., Plašil P. (2020): Trockenheit verschärft Borkenkäfergradation. Deutscher Waldbesitzer (3): 21–24.

Wellbrock N., Eickenscheidt N., Hilbrig L., Dühnelt P.-E., Holzhausen M., Bauer A., Dammann I., Strich S., Engels F., Wauer A. (2018): Leitfaden und Dokumentation zur Waldzustandserhebung in Deutschland. Thünen Working Paper, Bd. 84. Braunschweig. 97 S.