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Waldstandorte

Die Erfassung der Waldstandorte und der auf ihnen ablaufenden Prozesse bildet den Kern der Tätigkeiten an der NW-FVA. Das forstliche Umweltmonitoring erfasst mittel- bis langfristig Einflüsse der Umwelt (Klima, Witterung, Immissionen) auf die Wälder und deren Reaktionen darauf. Es zeigt Veränderungen von Waldökosystemen auf und bewertet diese auf der Grundlage von Referenzwerten. Die forstliche Umweltkontrolle leistet Beiträge zur Daseinsvorsorge, arbeitet die Informationen bedarfsgerecht auf, erfüllt Berichtspflichten, gibt für die Forstpraxis Entscheidungshilfen und berät die Politik auf fachlicher Grundlage.

Forstliches Umweltmonitoring macht aufgrund der langfristig ablaufenden Prozesse im Ökosystem Wald nur Sinn, wenn es über gewisse Zeiträume durchgeführt wird. Die daraus entstehenden Zeitreihen sind eine wesentliche Informationsgrundlage für die Entscheidungen zur Waldentwicklung. Aus diesem Grund dient das Bundeswaldgesetz (§ 41a) hier als rechtliche Grundlage. Konkretisiert wird es durch die Verordnung über Erhebungen zum Forstlichen Umweltmonitoring und durch das Durchführungskonzept forstliches Umweltmonitoring.

Das forstliche Umweltmonitoring findet an ausgewählten Punkten und Flächen in unterschiedlicher Intensität statt. Grundsätzlich sind dies waldflächenrepräsentative Übersichtserhebungen auf Rasterebene; darüber hinaus aber auch intensive Dauerbeobachtung ausgewählter Waldökosysteme im Rahmen verschiedener Beobachtungsprogramme sowie Experimentalflächen.

Abgestufte Monitoringintensität in mehreren Programmen

Das Konzept umfasst verschiedene Monitoringprogramme; einzelne Monitoringflächen können dabei mehreren Programmen zugeordnet sein. Im Einzelnen sind dies:

Level I-Plots (Übersichtserhebungen), an denen Kronen- und Baumzustand, abiotische und biotische Faktoren erhoben werden. Dies trifft auf alle Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung (WZE) und der Bodenzustandserhebung (BZE) zu. An den BZE-Punkten werden zusätzlich Baumwachstum, Nadel-/Blatt­ernährung, Bodenvegetation und der morphologische, physikalische und chemische Bodenzustand untersucht. Auf dem BZE-Netz erfolgt zusätzlich die Erhebung von Daten entsprechend dem Verfahren der Bundeswaldinventur.

Auf Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF) werden langfristig standorts-, belastungs- und nutzungsspezifische Einflüsse auf Waldböden erfasst. BDF dienen als Eichstelle und der Vorsorge für rechtzeitige Maßnahmen zum Schutz von Böden in ihrer Substanz und ihren Funktionen. Auf forstlich genutzten Flächen erfolgen Erhebungen des chemischen und physikalischen Bodenzustandes, der Nadel- und Blatternährung, des Baumwachstums, der Bodenvegetation, des Kronen- und Baumzustandes sowie von abiotische und biotischen Faktoren.

Auf Intensiv-Bodendauerbeobachtungsflächen werden zusätzlich Erhebungen zum Wasser- und Stoffhaushalt von Waldböden durchgeführt, und zwar Daten zu Deposition, Bodenlösung, Streufall, Meteorologie und Bodenhydrologie.

Das Monitoring auf Level II-Flächen (ICP Forests Intensive Monitoring plots, Standard) umfasst auf der Grundlage von nationalen und internationalen Standards Erhebungen zu Kronen- und Baumzustand, abiotischen und biotischen Faktoren, Baumwachstum, Nadel-/Blatternährung, Bodenvegetation, Deposition und Bodenzustand.

Level II Core-Flächen (Level II mit intensivierten Erhebungen) sind eine Unterstichprobe der Level II-Flächen. Sie haben die Zielsetzung einer möglichst umfassenden Beobachtung. Zusätzlich zu den Erhebungen auf Level II-Standard­flächen sind hier Erhebungen zu Streufall, Baumphänologie, Baumwachstum (intensiviert), Bodenlösung, Bodenfeuchte, Luftqualität, Meteorologie verpflichtend durchzuführen.

Auf den Flächen der Waldökosystemstudie Hessen werden auf repräsentativen Standorten Waldökosystemzustände und -prozesse beobachtet, um Veränderungen von Waldfunktionen durch Umwelteinflüsse festzustellen. Die Erhebungen beinhalten Daten zu Deposition, Bodenlösung, Nadel-/Blatternährung, Baumwachstum, Kronen- und Baumzustand, abiotischen und biotischen Faktoren, chemischem und physikalischem Bodenzustand sowie zur Bodenvegetation.

Europaweit harmonisierte Standards

Die im forstlichen Umweltmonitoring verwendeten Instrumente der Ökosystemüberwachung stehen europaweit harmonisiert nach den Grundsätzen des ICP Forests sowie dem Handbuch Forstliche Analytik zur Verfügung. Qualitätssichernde und -prüfende Maßnahmen sind danach verbindlich vorgeschrieben. Sie gewährleisten die Qualität und die Nutzbarkeit der Ergebnisse.

Beteiligte Sachgebiete:
Publikationen:

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