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Betriebliche Steuerung

Seit Gründung der Versuchsanstalten Ende des 19. Jahrhunderts ist deren Hauptzweck, die Forstwirtschaft mit ihren Betrieben, unabhängig von der Waldbesitzart, in betrieblichen Fragestellungen zu unterstützen. Dazu forschen wir und entwickeln aus dieser Forschung heraus viele Instrumente, Empfehlungen und Handreichungen, die den Betrieben bei ihren täglichen Entscheidungen Hilfestellungen geben sollen.

Blick in die Zukunft

Vor allem unsere Methoden zur Simulation des Waldwachstum, der Trockenheit oder anderer, den Wald beeinflussenden Faktoren (Sturm, Käfer etc.) ermöglichen Prognosen, die den Waldbewirtschaftenden in die Lage versetzen, die Auswirkungen von heutigen Entscheidungen mit den zukünftigen Rahmenbedingungen abzuschätzen. Das beste Beispiel dafür ist das momentane Pflanzen von Baumarten, die auch in der Zukunft unter geänderten Klimabedingungen gesund und stabil wachsen sollen.

Identitäts- und Qualitätssicherung für forstliches Vermehrungsgut

In Fragen zu Saat- und Pflanzgut im Wald sind die Regelungen des Forstvermehrungsgutgesetzes (FoVG) und nachgeordneter Verordnungen maßgeblich.

Die Hauptzielrichtung des FoVG liegt in der Identitäts- und Qualitätssicherung für forstliches Vermehrungsgut. Die lückenlose Rückverfolgung einer Partie vom Endverbraucher über Anzucht und Vertrieb, Lagerung und Aufbereitung bis hin zur Saatgutquelle wird durch das Instrument des Stammzertifikates gewährleistet. Saatgutquellen können Erntebestände oder auch Samenplantagen sein.

Saatgutquellen können in verschiedenen Kategorie amtlich zugelassen werden, an diesem Punkt greift die Qualitätssicherung. Die Kategorie „Ausgewählt“ umfasst Vermehrungsgut aus Waldbeständen, die nach phänotypischen Kriterien (z. B. Geradschaftigkeit, Wuchsleistung, Gesundheit) ausgelesen wurden. Die Kategorie „Qualifiziert“ umfasst Vermehrungsgut von Samenplantagen, für die besonders geeignet erscheinende Einzelbäume individuell ausgewählt wurden. Die Kategorie „Geprüft“ bezeichnet Vermehrungsgut, dessen Ausgangsmaterial nach aufwändiger Prüfung zugelassen wurde.

Wir unterstützen bei der Umsetzung der FoVG-Bestimmungen und bei der Überprüfung der Herkunftsangaben z. B. durch

  • Altersbestimmungen an Forstpflanzen
  • Bestimmung der Artanteile von Stiel- und Traubeneiche in Saatguterntebeständen
  • Untersuchungen zur genetischen Identität (bei Vorliegen geeigneter Referenzen)
Herkunftsempfehlungen

Zwischen den regionalen Vorkommen einer Baumart besteht eine starke phänotypische und genetische Variation. Sie ist Ausdruck der Anpassung an bestimmte klimatische und andere standörtliche Einflüsse. Auf der Grundlage langjähriger Herkunftsversuche und Anbauerfahrungen geben wir länderspezifischen Herkunftsempfehlungen heraus.

Konkrete Unterstützung

Das Portfolio der Unterstützung reicht von einer analogen Waldschutzinfo, über Waldbaufibeln, Merkblätter und Pflegehinweisen zu den einzelnen Baumarten bis hin zu Smartphone-Apps, Computer-Applikationen und Web-Services mit Standortsinformationen und empfohlenen Waldentwicklungszielen oder Herkunftsempfehlungen für anzupflanzende Baumarten.

Gerade die digitale Bereitstellung unserer Forschungsergebnisse für die forstliche Praxis findet immer mehr Anklang, so dass wir immer mehr „online“-gehen. Neben diesen Instrumenten geben unsere Publikationen und Merkblätter auch Einblick in unsere Arbeiten und helfen den Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei deren Entscheidungen.

Beteiligte Sachgebiete:
Publikationen:

Steiner W. (2021): Forstliches Vermehrungsgut – Gesetz, Herkunftsempfehlungen, Herkunftssicherheit. Forst, Holz u. Jagdtaschenbuch2021, S. 212 – 220.