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Waldgenressourcen

Waldgenressourcen werden definiert als "Genetisches Material von Baum- und Straucharten mit tatsächlichem oder potenziellem Wert für eine nachhaltige Sicherung der Multifunktionalität der Wälder und ihrer Biologischen Vielfalt."

Beispiele für Waldgenressourcen

  • autochthone Vorkommen heimischer Arten
  • besondere Ökotypen mit speziellen Merkmalsausbildungen
  • geschützte Arten (Rote Liste)
  • seltene Arten
  • alte angepasste Vorkommen
  • Material der Forstpflanzenzüchtung
  • wertvolle Einzelbäume

Bedeutung der genetischen Vielfalt

  • Ökologie: Die genetische Vielfalt ist die Grundlage für die Reaktionsfähigkeit von Individuen und die Anpassungsfähigkeit von Populationen.
  • Ökonomie: Eine breite genetische Vielfalt stellt sicher, dass verschiedene Ansprüche an die Leistungen des Waldes heute und in Zukunft erfüllbar sind.
  • Ethik: Die Erhaltung der genetischen Vielfalt ist ein Ausdruck des Respektes gegenüber der Natur und ein Zeichen der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen.
Erfassung von Waldgenressourcen

Daten und Informationen zu Genressourcen werden durch eigene Erfassungen und Analysen sowie durch die Einbindung interner (z. B. Waldnaturschutz, Waldwachstum, Waldstandorte) wie externer Quellen gewonnen. Mit diesen Informationen erfolgt die Evaluierung von Genressourcen hinsichtlich Erhaltungswürdigkeit (qualitativer Aspekt) und in einem ständigen Prozess die Beurteilung der Erhaltungsdringlichkeit (Gefährdungsaspekt) mit dem Ziel der Erarbeitung von Erhaltungsstrategien und der Sicherung der Reaktionsfähigkeit bei akuten Gefährdungssituationen.

Beteiligte Sachgebiete:
Publikationen:

Paul M., Hinrichs A., Janßen A., Schmitt H.-P., Soppa B., Stephan B.R., Dörflinger H. (2010): Konzept zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen in der Bundesrepublik Deutschland, Aktualisierte Neuauflage. Bonn. 84 S.

Paul M., Höltken A.M., Schleich S., Moos M., Steiner W. (2020): Die Weißtanne – als Baumart im Klimawandel. Deutscher Waldbesitzer (1): 45–47.

Paul M., Steiner W., Schleich S., Lau M., Leisten D., Moos M., Schmidt C. (2020): Samenplantagen und Mutterquartiere als Beitrag zur Biologischen Vielfalt. In: Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt, Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hrsg.), Waldzustandsbericht 2020 für Niedersachsen. S. 31–34.

Paul M., Höltken A.M. (2017): Erhaltung und nachhaltige Nutzung forstlicher Genressourcen als Beitrag zur Biologischen Vielfalt in Schleswig-Holstein. In: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (Hrsg.), Jahresbericht 2017 - Zur Biologischen Vielfalt - Jagd- und Artenschutz. Kiel, S. 30–33.