Zum Hauptinhalt springen

Umweltkontrolle - Abteilung D

Wie wirken Umweltveränderungen auf den Wald? Über mehrere Jahr­zehnte hat die weit­räumige Nutzung fossiler Energie zu Säure im Regen geführt, bedingen fossile Energie und intensive Land­wirtschaft hohe Stick­stoff­einträge in Wälder und nicht zuletzt trägt die durch den Menschen verursachte Frei­setzung von Kohlen­dioxid zur Verän­derung von Witterung und Klima bei. Damit wandeln sich auch die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen im Wald.

Wie können Veränderungen der Umweltbedingungen und deren Auswirkungen im Wald festgestellt werden? Die Abteilung Umwelt­kontrolle erarbeitet in Hessen, Niedersachsen, Sachsen Anhalt und in Schleswig-Holstein auf Beobachtungs­flächen mit unter­schiedlichen Mess­intensitäten Zeitreihen zu Indikatoren des Waldzustandes:

  • Das „Intensive Monitoring“ gibt ein besonders umfassendes Bild der Wälder wieder. Das umfasst zunächst die meteorologischen und chemischen Umweltbedingungen der Wälder, insbesondere Luftqualität, Niederschlag, Wärme und stoffliche Einträge (Deposition). An Bäumen werden insbesondere Nadel, Blätter und Früchte sowie Streufall in Verbindung zu Indikatoren des Baumwachstums untersucht. Eine besondere Bedeutung kommt dem Boden hinsichtlich physikalischer, chemischer und biologischer Eigenschaften zu. Die ältesten Flächen des „Intensiven Umweltmonitorings“ bestehen seit Ende der 1960er-Jahre.
  • Auf einem systematischen Netz wird in den Trägerländern jährlich der Waldzustand (Waldzustandserhebung) und periodisch der Bodenzustand (Bodenzustandserhebung) erfasst. Die Übersichts­erhebungen ermöglichen aktuelle Ergebnisse mit Landes­bezug.
  • Eine weitere wesentliche Säule stellen experi­mentelle Ansätze unter Wald­bedingungen dar. Dies umfasst insbesondere Fragen des Nährstoffmanagements oder der Befahrung der Wälder, aber auch Reaktionsmuster der Bodenbiologie.
  • Sowohl das Intensive Umweltmonitoring als auch die Übersichtserhebungen sind durch das Bundeswaldgesetz rechtlich begründet.
  • Die methodischen Instrumente des Umweltmonitorings sind europaweit methodisch harmonisiert. Für Deutschland bestehen Vereinbarungen, die eine weitere Konkretisierung der Vorgehensweise festhalten. Gleichwohl werden ausgehend von neuen Fragestellungen neue und innovative methodische Lösungen entwickelt.

Die Bearbeitung fachlicher Fragestellungen ist nur möglich durch Servicebereiche. Dazu zählen:

  • Ein Datenbanksystem „ECO“, in dem neben Daten auch Metadaten gespeichert und zur Verfügung gestellt werden.
  • Ein Umweltlabor, das die chemisch-analytischen Aufgaben der Abteilung wahrnimmt.
  • Verfahren des Qualitätsmanagements stellen nicht nur für die Aufgaben des Umweltlabors, sondern auch für alle anderen Monitoring- und Versuchsaufgaben eine besondere Herausforderung und einen wesentlichen Arbeitsumfang dar.

Die Forstliche Umwelt­kontrolle berät die forstliche Praxis, Verwaltungen und die Politik auf fachlicher Grundlage und erarbeitet Beiträge für Entscheidungshilfen. Waldzustandsberichte sind ein wesentliches Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung.

Die Abteilung Umweltkontrolle wird von Frau Dr. Ulrike Talkner geleitet.