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Intensives Umweltmonitoring

Die Umweltbedingungen für unsere Wälder unterliegen ständigen Veränderungen. Der durch den Menschen verursachte Klimawandel hat in Deutschland seit Beginn der Industrialisierung bereits zu einer Erwärmung von knapp 1,5 °C geführt. Dies hat zur Folge, dass die Wälder vermehrt unter Trocken- und Hitze­stress leiden. Landwirtschaft, Industrie und Verkehr belasten die Umwelt mit ihren Schadstoffen. Die anthropogenen Einträge beeinflussen die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bäume. Die Auswirkungen der menschlichen und natürlichen Einflüsse auf das Ökosystem Wald zu erfassen und zu dokumentieren ist Aufgabe des Sachgebietes „Intensives Umweltmonitoring“.

Auf derzeit rund fünfzig Intensivmonitoringflächen in den vier Trägerländern der NW-FVA erfolgen umfangreiche Beobachtungen zu Klima, Wasser- und Stoffhaushalt der Böden sowie zur Nährstoffversorgung und zum Wachstum der Bäume. Die Flächen repräsentieren typische Standort- und Bestandesverhältnisse im nordwestdeutschen Tief- und Bergland. Die Aufgabe des Monitorings ist es, Umwelteinflüsse und deren Veränderungen und Auswirkungen auf den Wald zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Dadurch können Risiken frühzeitig erkannt werden, um forstliche oder umweltpolitische Entscheidungen faktenbasiert abzuleiten. Eine weitere wichtige Aufgabe des Umweltmonitorings im Wald ist die Erfolgskontrolle von Umweltschutzmaßnahmen.

Die Flächen des Intensiven Monitorings der NW-FVA sind eingebunden in verschiedene nationale und internationale Netze forstlicher Monitoringprogramme. Hervorzuheben sind das europäische Level II-Programm (seit 1994), die Waldökosystemstudie Hessen (seit 1984), das niedersächsische Boden-Dauerbeobachtungsprogramm (seit 1991) und das Boden-Dauerbeobachtungsprogramm in Sachsen-Anhalt (seit 1991). Weiterhin betreibt das Sachgebiet drei forsthydrologische Forschungsgebiete: Lange Bramke (Harz), Krofdorf (Mittelhessen) und Elsterbach (Nordhessen). In diesen drei bewaldeten Einzugsgebieten werden die Auswirkungen von Umwelt- und Bestandesveränderungen auf den Wasser- und Stoffhaushalt untersucht. Schließlich unterhält das Sachgebiet in Colbitz (Sachsen-Anhalt) ein Großlysimeter. Hier wird unter einem Kiefernbestand seit der Bestandesbegründung Anfang der 1970er-Jahre kontinuierlich die Sickerwassermenge gemessen. Dadurch kann der Einfluss der Bestandesentwicklung, forstlicher Maßnahmen (wie Durchforstung) und klimatischer Veränderungen auf die Grundwasserneubildung quantitativ erfasst werden.