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Vertragsnaturschutz im Wald - Naturschutzfachlich-waldökologische Analysen

Ziel des Verbundprojekts (Vertragsnaturschutz im Wald – Analyse der waldökologischen, ökonomischen und rechtlichen Optionen), welches in enger Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut, der Universität Göttingen und der Universität Hamburg läuft, ist die Analyse der Potenziale und Hemmnisse von Vertragsnaturschutz im Wald aus waldökologischer, ökonomischer und rechtlicher Sicht.

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist nach § 3 (3) bei Naturschutzmaßnahmen vordringlich zu überprüfen, ob der Zweck mit angemessenem Aufwand auch durch vertragliche Vereinbarungen erreicht werden kann. Während Vertragsnaturschutz in der Landwirtschaft vielfach als Erfolgsmodell angesehen wird, werden Naturschutzmaßnahmen im Wald mit diesem Instrument eher selten umgesetzt. Es dominieren meist ordnungsrechtliche Instrumente sowie freiwillige, unentgeltliche Selbstverpflichtungen der Waldeigentümer. Eine vermehrte Anwendung von Waldvertragsnaturschutz wird jedoch auch von Politik und Verbänden seit vielen Jahren gefordert.

In einem ersten Arbeitspaket des Verbundprojektes soll der Status quo zum Vertragsnaturschutz im Wald auf Basis von Befragungen und Literaturrecherche erhoben werden. Hierauf aufbauend sollen vertiefende Fallbeispielsanalysen durchgeführt werden, um so eine Überprüfung der realen Verhältnisse in der Praxis vorzunehmen. Mit diesen Eingangsdaten soll in einem zweiten Arbeitspaket eine synoptische Bewertungsmatrix entwickelt werden, um die Umsetzbarkeit einzelner Naturschutzmaßnahmen mit dem Instrument Vertragsnaturschutz aus waldökologischer, ökonomischer und rechtlicher Sicht analysieren zu können.

Vor diesem Hintergrund sollen im Teilprojekt, welches von Seiten der NW-FVA bearbeitet wird, naturschutzfachlich-waldökologische Analysen durchgeführt werden. Hierfür steht in einem ersten Schritt die Erarbeitung und naturschutzfachliche Bewertung eines hierarchisch strukturierten Ziel- und Maßnahmensystems für den Waldnaturschutz in Deutschland an. In einem weiteren Schritt soll anhand einer Zustands- und Gefährdungsanalyse in Bezug auf Arten und Lebensgemeinschaften geprüft werden, in welcher Form die gewählten Maßnahmen zur Erreichung der waldnaturschutzrelevanten Ziele beitragen können. Anschließend soll das erarbeitete Ziel- und Maßnahmensystem des Waldnaturschutzes auf den Waldvertragsnaturschutz übertagen werden. Dabei soll zum einen die Eignung von Vertragsnaturschutz im Wald überprüft und zum anderen Erfolgsfaktoren evaluiert und bewertet werden. Über den Vertragsnaturschutz können Waldnaturschutzmaßnahmen wie z. B. der Erhalt von Nieder- und Mittelwäldern, das Belassen von Totholz und Biotopbäumen sowie der Nutzungsverzicht gefördert werden.

Darüber hinaus erfolgen Vergleiche zu Vertragsnaturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft sowie im angrenzenden Ausland.

Abschließend sollen in Kooperation mit den Projektpartnern Handlungsempfehlungen und Praxishilfen für den Naturschutz, die Forstwirtschaft sowie für die Waldbesitzer erarbeitet werden, um eine erhöhte Anwendung des Vertragsnaturschutzes im Wald zu erreichen.

Laufzeit:
10/2015 bis 09/2018
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Waldverjüngung (Abt. Waldwachstum), Naturwaldforschung (Abt. Waldnaturschutz)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
Dr. Peter Meyer, Prof. Dr. Hermann Spellmann
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In Kooperation mit:
  • Thünen-Institut – Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie
  • Abteilung Forstökonomie und Forsteinrichtung der Universität Göttingen 
  • Seminar für Handels-, Schifffahrts- und Wirtschaftsrecht der Universität Hamburg
Förderung:

Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL: Förderbereiche „Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe“ und „Energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen“: Förderschwerpunkt „Nachhaltige Waldwirtschaft“, Förderkennzeichen: 22007015

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