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Entwicklung genetischer Methoden zur Bestimmung der Herkunft und des adaptiven Potentials von Küstentanne (Abies grandis) in Deutschland als Basis für Auswahl und Aufbau hochwertiger Saatgutquellen

Die Küstentanne (Abies grandis) stammt ursprünglich aus dem Nordosten Amerikas. Das Verbreitungsareal lässt sich, ähnlich wie bei der Douglasie, in zwei Regionen aufteilen. Zum einen das westliche Teilareal, welches den pazifischen Küstenstreifen und die Westhänge der Kaskaden umfasst (Küstenprovenienzen) und zum anderen das östliche Teilareal, welches sich vom südöstlichen British Columbia bis in den Nordosten Idahos erstreckt (Inlandsprovenienzen). In Deutschland begann der forstliche Anbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Seitdem erwies sich die Küstentanne als uneingeschränkt anbauwürdig. So zeigten Untersuchungen, dass diese in Deutschland natürlich vorkommende Ökosysteme und Biotope kaum gefährdet und keinesfalls invasiv ist. Zudem zeigte sich eine nicht überdurchschnittliche Gefährdung durch abiotische und biotische Schadfaktoren. Gleichzeitig überzeugt die Küstentanne durch ihre hervorragende Wuchsleistung, ihre Bodenpfleglichkeit und ihre Trockenheitstoleranz. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Küstentanne eine der wichtigsten Alternativbauarten, mit einem großen Potential zur nachhaltigen Sicherung aller Waldfunktionen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund prognostizierter Klimaänderungen.

Das Projekt schafft die genetischen Grundlagen, um die Küstentanne auf großer Fläche als ertragsstarke und ökologisch verträgliche Baumart zu etablieren. Dazu sind genetische Methoden und Verfahren notwendig, welche die geografische/genetische Variation im nordamerikanischen Ursprungsgebiet charakterisieren und diese Referenz mit in Deutschland bereits vorhandenen Beständen vergleicht. Ziel dieses Vergleichs ist die Bestimmung der Provenienz deutscher Bestände und die Einschätzung des adaptiven Potentials dieser Bestände im Vergleich zu Ursprungsregionen. Dies geschieht im Hinblick auf die Erzeugung von Vermehrungsgut, das auf der Grundlage eines ausreichend variablen Genpools und unter Ausschluss ungeeigneter Provenienzen die bestmöglichen Grundlagen für den Anbau dieser Baumart in Deutschland legt.
Gleichzeitig erfolgt die Sicherung des adaptiven Potenzials der Küstentanne durch die Auswahl von Plusbäumen. Dafür wird die internationale IUFO-Küstentannen-Versuchsserie erneut ausgewertet und 120 Plusbäume der leistungsstärksten Herkünfte auf unterschiedlichen Versuchsflächen ausgewählt. Die Auswahl der Plusbäume erfolgt unter Aufnahme der Vitalität, Qualität und Wuchsleistung sowie genetischen Aspekten (z. B. genetische Variabilität). Mittels Winterpfropfung werden die ausgewählten Genotypen vermehrt und langfristig in Klonarchiven und Samenplantagen gesichert. Diese kann in einigen Jahren den Markt zusätzlich mit höherwertigem Forstvermehrungsgut versorgen. Darüber hinaus bilden die gesicherten Genotypen die Grundlage für spätere Züchtungs- und Forschungsaktivitäten.

Laufzeit:
10/2021 bis 10/2023
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Antragsteller:in für die NW-FVA:
In Kooperation mit:

Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung

Förderung:

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert und liefert einen Beitrag zum Förderschwerpunkt "Nachhaltige Waldwirtschaft" und im Besonderen zu den Themenbereichen "Sicherung/Steigerung des Rohholzangebotes", "Anbauwürdigkeit eingeführter Baumarten" und "Bereitstellung von leistungsstarkem Vermehrungsgut". Förderkennziffer: 2220NR313B

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