Zum Hauptinhalt springen

Erhaltung und Nutzung forstlicher Genressourcen

Man muss „...von Anfang an darauf bedacht sein, den Erbanlagenbestand willkürlich nicht zu sehr einzuschränken, vielmehr im Gegenteil die Formen- und Eigenschaftsfülle der Gesamtpopulation zu erhalten.“
Rohmeder und Schönbach 1959

Die genetische Vielfalt als Teil der Biodiversität ist eine wichtige Voraussetzung für die Anpassungs- und Reaktionsfähigkeit unserer Wälder und bildet damit eine Grundlage für nachhaltige Sicherung verschiedenster Waldfunktionen und der Arterhaltung.

Die Arbeiten des Sachgebietes orientieren sich am Konzept zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen in der Bundesrepublik Deutschland.

Das Sachgebiet sieht sich als Servicestelle für angewandte Forschung und Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und bietet seine Expertise allen Waldbesitzenden, Forstbetrieben, Behörden, Baumschulen, Erntefirmen und Verbänden an. Neben Wissenstransfer in Form von Vorträgen und Weiterbildungen steht das Sachgebiet auch direkt für Fragen zur Verfügung.

Die Arbeiten umfassen folgende Teilbereiche:

  • Erfassung forstlicher Genressourcen
  • Prüfung auf Erhaltungswürdigkeit und Erhaltungsdringlichkeit
  • Erhaltung von Genressourcen in Genarchiven
  • Saatgutlangzeitlagerung (Forstgenbank)
  • Saatgutprüfung und Stratifikation (Saatgutlabor)
  • spezialisierte Pflanzenanzucht (Kamp)
  • Aufbau und Unterhaltung von Samenplantagen und Mutterquartieren
  • Entwicklung eines genetischen Informationssystems
  • Führung des Erntezulassungsregisters
  • Information und Weiterbildung

Daten des genetischen Qualitätsmanagements von Genressourcen werden im genetischen Labor erhoben. Dabei stehen Parameter der Variabilität, Herkunftsfragen und Artidentifikation im Mittelpunkt. Informationen aus Nachkommenschaftsprüfung von Samenplantagen liefert das Sachgebiet Züchtung und Prüfung forstlichen Vermehrungsgutes.

Erhaltung
Informationen zu kartierten Genressourcen und Erhaltungsanlagen werden in eine Datenbank integriert und stehen Waldbesitzenden zur Verfügung. Ausgewiesene Genressourcen und Erhaltungsanlagen stellen ebenso eine wertvolle Quelle für die Werbung von forstlichem Vermehrungsgut dar.

Nutzung
Samenplantagen
Samenplantagen stellen eine Überführung wissenschaftlicher Tätigkeit in die Praxis dar. Auf diesem Weg werden wertvolle Genressourcen zugänglich gemacht. Zur Erzeugung von Saatgut betreut das Sachgebiet über 200 Samenplantagen auf ca. 400 ha mit 9 Nadelholzarten, 23 Laubholzarten und 12 Straucharten.

Die Vermarktung des Saatgutes erfolgt über die zuständigen Darren

 

Mutterquartiere
In den Mutterquartieren sind vor allem Ressourcen autochthoner Pappeln und Weiden gesichert. So werden auf Artreinheit geprüfte Schwarz-Pappeln getrennt nach verschiedenen Flusssystemen erhalten und stehen als Quelle für Reiser und Setzstangen zur Verfügung. Anfragen dazu können direkt an das Sachgebiet gerichtet werden.