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Waldbauplanung Sachsen-Anhalt

Überarbeitung der regionalen Waldbauplanung in Sachsen-Anhalt als Beitrag zur Klimafolgenanpassung und nachhaltigen Sicherung der Waldfunktion

Der Klimawandel stellt für die Forstwirtschaft mit ihrer weitreichenden Bindung an die Standortsverhältnisse und ihren langen Produktionszeiträumen eine besondere Herausforderung dar. Es wird erwartet, dass Ausmaß, räumliche und zeitliche Verteilung sowie Geschwindigkeit des Klimawandels vielerorts die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten überschreiten. Forstbetriebe und Gesellschaft sind daher gut beraten, Risikovorsorge zu betreiben. Trotz aller Unsicherheiten erlaubt das bislang erarbeitete Wissen die Bereitstellung von Entscheidungshilfen zur Klimaanpassung.
Der Forschungsansatz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) geht davon aus, dass zunehmender Trockenstress bei den meisten mitteleuropäischen Baumarten zu einer verminderten Produktivität und einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber weiteren abiotischen und biotischen Stressfaktoren führt. Die Einschätzung des Trockenstressrisikos für grund- und stauwasserfreie Waldstandorte erfolgt über Schwellenwerte der Standortswasserbilanz (SWB). Sie verrechnet den Mittelwert der klimatischen Wasserbilanz in der Vegetationsperiode (KWB) für eine 30-jährige Klimaperiode mit der nutzbaren Feldkapazität des Bodens (nFK) für eine Bezugstiefe von 1 m.

In dem standortsgebundenen Rahmen lassen sich Baumarten, die in ihren ökologischen Ansprüchen und in ihrem Wuchsverhalten zueinander passen und oftmals auch natürlich miteinander vergesellschaftet sind, zu Mischbestandstypen kombinieren. Ausgehend von diesen Überlegungen wurden die Bestandeszieltypen (BZT) für die waldbauliche Planung in Sachsen-Anhalt weiterentwickelt. Sie beschreiben Leitbilder des angestrebten Waldaufbaus, der Verjüngungs- und Bestandesziele sowie die konkrete Mischungsform.
In der Regel ergeben sich auch unter künftigen Standortbedingungen mehrere Optionen für die Wahl geeigneter BZT. Ein nicht unerheblicher Teil der Waldstandorte in Sachsen-Anhalt wird sich allerdings bezüglich der Standortwasserbilanz schon in Bereiche verschlechtern, die die Auswahl möglicher BZT gegenüber heute stark einschränken.

Laufzeit:
02/2019 bis 12/2021
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Ertragskunde (Abt. Waldwachstum), Wald- und Bodenzustand (Abt. Umweltkontrolle)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
Prof. Dr. Hermann Spellmann, Ralf-Volker Nagel
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In Kooperation mit:

-

Förderung:

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt; Landeszentrum Wald

Kontakt:
Publikationen:

Hamkens H., Spellmann H., Nagel R.-V., Buresch M. (2020): Entscheidungshilfen zur klimaangepassten Baumartenwahl im Land Sachsen-Anhalt. 69 S.

Weitere Informationen: