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KGS-SAT

Entwicklung und Integration von Fernerkundungs- und GIS-Komponenten zur Optimierung der Überwachungs- und Prognoseverfahren für Kieferngroßschädlinge

Periodische Massenvermehrungen von Kieferngroßschädlingen (KGS) können zu großflächigem Kahlfraß und massiven Bestandesschäden bzw. -absterbeerscheinungen in Kiefernwäldern führen. Die Forleule (Panolis flammea), der Kiefernspinner (Dendrolimus pini), der Kiefernspanner (Bupalus piniaria), die Kiefernbuschhornblattwespen (Diprion spp.) und die Nonne (Lymantria monacha) durchlaufen in unregelmäßigen Abständen Massenvermehrungen. Bisher beruht die Grundüberwachung dieser Schaderreger auf terrestrischen Stichprobenverfahren unter Verwendung von Pheromonfallen oder mittels der winterlichen Puppensuche. Dieses Verfahren stößt allerdings bei großräumig verteilten Gradationen schnell an seine Grenzen, sodass Schadflächen nicht oder zu spät erkannt werden. Um einen besseren Überblick über das Auftreten von Kieferngroßschädlingen zu erhalten, sollen flächendeckende Informationen aus Fernerkundungsdaten abgeleitet werden und die bestehende terrestrische Überwachung der Kiefernbestände unterstützt werden.

Das Projekt KGS-SAT zielt darauf, ein fernerkundungsgestütztes Verfahren zu entwickeln, Flächen rechtzeitig zu identifizieren, auf denen ein erhöhtes Risiko einer Massenvermehrung vermutet wird oder auf denen Kiefernfraß in unterschiedlichen Stadien akut ist. Es werden Kiefernwaldflächen in Niedersachsen berücksichtigt und zweimal jährlich (in den Zeiträumen Mai beziehungsweise August/September) Übersichtskarten erstellt.

Als Datengrundlage dienen Aufnahmen frei verfügbarer, optischer Satellitensysteme mittlerer Auflösung (Sentinel-2, Landsat 8 bzw. 9), die in Zeitreihenanalysen genutzt werden, um Veränderungen zu detektieren, die in den Kiefernwäldern Niedersachsens auf Schädigungen durch Kieferngroßschädlinge schließen lassen.

Methodentests während der Verfahrensentwicklung und zur Bewertung des Verfahrens werden anhand vergangener (und aktueller) Gradationen der oben genannten Schädlingsarten durchgeführt. Um die zeitliche und räumliche Konsistenz der Methode zu überprüfen, werden verschiedene Gebiete und Zeitpunkte in die Methodenprüfung einbezogen.

Laufzeit:
07/2022 bis 06/2024
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Fernerkundung und GIS (Abt. Waldschutz), Schmetterlinge und Mäuse (Abt. Waldschutz)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
In Kooperation mit:

Sachgebiet Schmetterlinge/Mäuse, Abteilung Waldschutz, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt

Förderung:

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Maßnahmenpaket Stadt.Land.ZUKUNFT, Maßnahme: „Forschung zur Anpassung klimaresilienter Wälder“

Kontakt: