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Wertholz

Strategien zur Erzeugung von Wertholz

Die NW-FVA beschäftigt sich im Teilvorhaben 2 eines Verbundprojektes mit der Sammlung, Erhaltung und In-vitro-Vermehrung von Wertholzbäumen mit besonderen Holzmerkmalen.

Besondere und wertgebende Holzmaserungen sind eine Laune der Natur. Sie entstehen durch Wachstumsanomalien, die den Faserverlauf beeinflussen. Das Ergebnis sind Hölzer mit sehr dekorativen Maserungen, die aufgrund ihrer Beliebtheit und ihres seltenen Vorkommens zu den teuersten Werthölzern gehören. Beispiele für solche Maserungen sind die Riegelung verschiedener Hölzer, die Maserpappel oder der Vogelaugenahorn.

Das Ziel des Projektvorhabens ist die Erhöhung des Wertschöpfungspotentials der Wertholznutzung durch Anwendung eines innovativen Konzepts. Hierzu sollen Methoden zur Identifizierung, Erhaltung, Vermehrung und Verwertung von Wertholzbäumen mit besonderen und wertgebenden Maserungen erarbeitet werden. Insbesondere sollen hier die Fragen geklärt werden, wie die besonderen Strukturen entstehen (genetisch bzw. anatomisch-strukturell bedingt), wie sie vererbt werden und wie die Bäume wirtschaftlich effizient genutzt werden können.

Eine bereits vorhandene Riegelahorn-Sammlung soll zu einer Wertholz-Sammlung ausgebaut werden, indem Kronenreisermaterial oder Wurzelschösslinge bzw. Stockausschläge neuer interessanter Wertholzbäume im Bundesgebiet gesammelt werden, deren Stämme auf Wertholzsubmissionen angeboten werden.
Mit Hilfe der Gewebekultur stellt das gesammelte Material ein langfristig erhaltungsfähiges Archiv des genetischen Materials dar, mit dem die Entwicklung von kommerziell anwendbaren Mikrovermehrungsprotokollen optimiert und nennenswerte Stückzahlen an klonalen Jungpflanzen für die Verwendung im Forstbereich generiert werden können. Das erzeugte Pflanzenmaterial soll als hochpreisiges Vermehrungsgut vermarktet werden.

Da die Nutzung des Holzes erst in mehreren Jahrzehnten zu erwarten ist, sind heute Prognosen sehr schwierig, welche Hölzer und Maserungen in Zukunft besonders gefragt sein werden. Daher wird sich dieses Projektvorhaben nicht nur auf den heute wirtschaftlich sehr interessanten Riegelahorn konzentrieren, sondern auch andere geriegelte Baumarten und andere besondere Maserungen im Fokus haben. Bei Baumarten, die dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) unterliegen, werden Klonprüfungen für eine spätere Zulassung als geprüftes Vermehrungsgut durchgeführt. Um eine frühzeitige Verwertung zu ermöglichen, wird eine vorläufige Zulassung angestrebt. Um dies zu unterstützen, werden Untersuchungen zur Vererbbarkeit und zu den Ursachen der Riegelung durchgeführt.

Laufzeit:
06/2021 bis 05/2024
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Forstgenetische Analysen (Abt. Waldgenressourcen)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
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In Kooperation mit:

RLP AgroScience GmbH, Koordination des Verbundprojektes
Teilvorhaben 1: Entwicklung eines molekularbiologischen Schnelltests zur frühen Identifizierung der Riegelung am lebenden Baum
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Institut für Forstgenetik und Institut für Holzforschung
Teilvorhaben 3: Erarbeitung einer sicheren Methode zur Identifizierung der gesammelten Klone mit Hilfe molekularer Marker sowie Analyse von geriegeltem Holz zur Untersuchung des Vererbungsmodus der Riegelung
Reinhold Hummel GmbH + Co. KG
Teilvorhaben 4: Entwicklung kommerziell nutzbarer in-vitro Vermehrungsprotokolle (anderer Baumarten mit Riegelung bzw. Maserung)
Institut für Pflanzenkultur GmbH & Co. KG
Teilvorhaben 5: Entwicklung kommerziell nutzbarer in-vitro-Vermehrungsprotokolle (neue Riegel-Ahorn-Klone)

Förderung:

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Förderkennzeichen: 2221NR009B

Kontakt: