Zum Hauptinhalt springen

WABI

Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität in Wäldern

Wälder haben eine große Bedeutung für die Sicherung der biologischen Vielfalt. Sowohl die Integration von Naturschutzzielen in die Bewirtschaftungskonzepte der Forstbetriebe als auch die Ausweisung von Vorrangflächen des Naturschutzes im Wald sind fester Bestandteil einer multifunktionalen Forstwirtschaft. Die seit einigen Jahren stark beschleunigte Ausweisung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung (NWE) verändert zunehmend das Wald-Management in Deutschland, indem lokal und regional eine Aufgabe der forstlichen Nutzung auf Dauer festgeschrieben wird. Insbesondere die Wirksamkeit von großen NWE-Flächen im Sinne von Wildnis- und Wildnisentwicklungsgebieten der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) ist umstritten. Ihre Wirkungen auf die Biodiversität auf der Landschaftsebene können, im Vergleich zu einer nachhaltigen, multifunktionalen Bewirtschaftung bisher nicht belastbar abgeschätzt werden.

Das Projekt erarbeitet eine aktuelle Synthese zu den wissenschaftlich belegbaren Auswirkungen der Waldbewirtschaftung bzw. der natürlichen Waldentwicklung nach Nutzungsaufgabe auf die Biodiversität. In Verbindung mit Methodentests und der Aufbereitung vorhandener Ergebnisse und Datenbestände entwickelt es auf der Grundlage dieser Synthese ein Konzept für ein langfristig orientiertes Monitoringsystem für repräsentative Waldlandschaften, mit dem die Effekte der forstlichen Nutzung auf die Biodiversität von Wäldern belastbar abgeschätzt werden können. Das Monitoringsystem kann mit den Kooperationspartnern auf Landes- und Bundesflächen unmittelbar erprobt werden.

Das Verbundvorhaben gliedert sich in zwei Teilprojekte:

Teilprojekt 1 (TP 1):  Synthese: Auswirkungen der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität. Teilprojektleitung: Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen

Teilprojekt 2 (TP 2):  Konzeption und Erprobung eines Monitoringsystems zur Abschätzung der Effekte der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität von Waldlandschaften. Teilprojektleitung und Koordination des Verbundvorhabens: NW-FVA

Im ersten Teilprojekt (TP 1) wird auf Grundlage einer Synthese des aktuellen Wissens gemeinsam mit Experten eine Liste von Indikatoren (Arten, Strukturen, Lebensräume, Standortbedingungen) ermittelt. Im Teilprojekt 2 (TP 2) wird auf dieser Grundlage das Monitoringkonzept entwickelt und einem Praxistest unterzogen.

Laufzeit:
05/2020 bis 05/2023
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Naturwaldforschung (Abt. Waldnaturschutz)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
Prof. Dr. Hermann Spellmann, Dr. Peter Meyer
In Kooperation mit:

Georg-August-Universität Göttingen (Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen),
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) (Abteilung Terrestrische Zoologie),
Bayerische Staatsforsten, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Forst Baden-Württemberg, Landesbetrieb Forst Brandenburg, Landesbetrieb HessenForst, Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Niedersächsische Landesforsten, SaarForst Landesbetrieb, Schleswig-Holsteinische Landesforsten, Staatsbetrieb Sachsenforst, ThüringenForst

Förderung:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Förderkennzeichen: 22011518

no logo
Kontakt:
Publikationen:

Hagge J., Schmidt M., Ammer C., Dorow W., Keye C., Pauls S., Roschak C., Schneider A., Meyer P. (2021): Zielsetzungen und Anforderungen an ein bundesweites Insektenmonitoring in Wäldern. Naturschutz und Landschaftsplanung 53 (11): 10-13

Zeller L., Baumann C., Gonin P., Heidrich L., Keye C., Konrad F., Larrieu L., Meyer P., Sennhenn-Reulen H., Müller J., Schall P., Ammer C. (2022): Index of biodiversity potential (IBP) versus direct species monitoring in temperate forests. Ecological Indicators 136: 108692. doi.org/10.1016/j.ecolind.2022.108692