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AOD-Risk
Verbreitung und Risikopotential des Akuten Eichensterbens (Acute Oak Decline, AOD), einem neuen, brisanten Schadaspekt bei Eichen
Im Fokus des Verbundprojekts AOD-Risk steht das in Deutschland neu aufgetretene und bislang wenig erforschte Akute Eichensterben (engl.: Acute Oak Decline, AOD). Die komplexe Erkrankung wird offenbar durch ein Zusammenspiel verschiedener Pilze, Bakterien und Insekten verursacht und hat in den letzten Jahren zunehmend zu Schäden an Eichen geführt. Das Ziel des Projekts besteht darin, das Verständnis des Krankheitsgeschehens zu erweitern und die Ursachen zu klären. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in Risikoabschätzungen ein, dienen der Entwicklung von Managementstrategien sowie der Identifikation resistenter bzw. weniger anfälliger Plusbäume.
Das Projekt umfasst eine deutschlandweite Kartierung von AOD-Fällen sowie die regelmäßige Begutachtung von Beobachtungsflächen mit Erfassung von Standortsfaktoren, die das Krankheitsgeschehen potenziell beeinflussen.
Die an der Erkrankung beteiligten Pilz-, Bakterien- und Insektenarten sollen kulturbasiert und molekulargenetisch analysiert und auf ihre Quarantänerelevanz überprüft werden. Da bisher nur wenig darüber bekannt ist, wie die mit AOD verbundenen Krankheitserreger übertragen werden, wird untersucht, welche Insektenarten als mögliche Überträger infrage kommen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf Insekten, die häufig Eichen besiedeln, darunter vor allem Prachtkäferarten.
Um Einblicke in die epidemiologische Entwicklung zu erhalten, wird die Vielfalt (inklusive Virulenz und Wirtsspektrum) bakterieller AOD-Erreger auf Basis von Stämmen, die aus frischen sowie konservierten Belegen isoliert wurden, mittels Genomanalysen charakterisiert. Diese Ergebnisse dienen der Entwicklung von PCR-Assays (standardisierte Labortestverfahren) zur Stammdifferenzierung und der Etablierung genetisch charakterisierter Referenzisolate, die zukünftig der Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung stehen sollen.
Mithilfe von Infektionsversuchen mit verschiedenen Pathogen-Kombinationen der wichtigsten mikrobiellen Krankheitserreger sowie durch die Erbgutbestimmung der mikrobiellen Gemeinschaft (Metabarcoding) an den Infektionsherden sollen mögliche synergistische und antagonistische Effekte der verschiedenen assoziierten Mikroben untersucht werden.
Im Teilvorhaben 1 „Kartierung und Phytopathologie zu AOD" koordiniert die NW-FVA zusätzlich auch das Verbundprojekt.
Universität Hohenheim - Fachgebiet Integrative Infektionsbiologie Nutzpflanze-Nutztier (Teilvorhaben 2)
Julius Kühn-Institut - Institut für nationale und internationale Angelegenheiten der Pflanzengesundheit (Teilvorhaben 3)
Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen des BMLEH (FPNR 2024) gefördert (Förderkennzeichen 2225NR047A).

