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NemKis

Erarbeitung einer biologischen Bekämpfungsmethode gegen Kiefernspinner (Dendrolimus pini L.) bei hubschraubergestützter Applikation von Nematoden

Der Kiefernspinner tritt in nahezu allen Kiefernwäldern in Mittel- und Teilen Südeuropas auf. Er neigt besonders auf trockenen Standorten und im kontinentalen Klima zu Massenvermehrungen. Dabei haben die Raupen von allen Arten der Kiefern-Fraßgilde das höchste Fraßpotenzial und ihr Fraß erfasst auch die für den Wiederaustrieb erforderlichen Knospen. Das Befallsrisiko wird nach heutigem Wissensstand vor dem Hintergrund des Klimawandels zukünftig steigen. Durch das Projekt NemKis wird ein biologisches Pflanzenschutzverfahren im Forst unter Einsatz von Nematoden gegen Kiefernspinner erarbeitet. Eine erwartete Übertragbarkeit des Verfahrens auf andere Schadorganismen kann die Optionen im Waldschutz zusätzlich erweitern.

In dem FuE-Vorhaben soll die Wirksamkeit von Nematoden der Art Steinernema feltiae (Filipjev) (s. Foto) im Freiland in Kiefern-Beständen auf Raupen des Kiefernspinners durch experimentelle Erarbeitung sowie praxisorientierte Erprobung nachgewiesen werden. Dazu werden im Vorfeld Versuche im Labor sowie im Semi-Freiland zu den Aspekten Infektion, Formulierungszusatzstoffe und Applikationsmöglichkeiten durchgeführt. Abschließend wird ein Verfahren zur wirksamen Applikation einer Nematodensuspension im Kronenraum mit Luftfahrzeugen erarbeitet.
Im Labor konnte gezeigt werden, dass Steinernema feltiae (Filipjev) eine letale Wirkung auf Raupen des Kiefernspinners hat. Durch umfangreiche Voruntersuchungen kann auf grundlegende Erfahrungen hinsichtlich der Ausbringung von Nematoden per Luftfahrzeug zurückgegriffen werden.
Bei rückläufigen Zulassungen von chemischen Pflanzenschutzmitteln und zunehmenden Restriktionen bietet das risikoarme biologische Bekämpfungsverfahren die Chance, auch zukünftig in den Kiefernbeständen bei Massenvermehrungen des Kiefernspinners steuernd eingreifen zu können.

 

Laufzeit:
06/2017 bis 03/2020
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Käfer und Mittelprüfung (Abt. Waldschutz)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
Dr. Michael Habermann
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In Kooperation mit:
  • Helix Fluggesellschaft mbH
  • e-nema GmbH, Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz mbH
Förderung:

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL); FKZ: 2816HSO22

Kontakt: