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KiefernStolz

Kiefernstarkholz – Nachhaltige Nutzungspotentiale für Kiefernstarkholz – eine ganzheitliche Betrachtung ihres Aufkommens, Waldbaus, der Holzernte und ihrer Verwertung

Teilvorhaben 2: Nutzungspotenziale und waldbauliche Strategien zu ihrer optimalen Abnutzung

Die Waldkiefer nimmt vor dem Hintergrund der klimatischen Veränderungen eine besondere Stellung ein. Sie besitzt eine der breitesten Standortamplituden unter unseren heimischen Baumarten und ist bisher durch ihre Konkurrenzschwäche gegenüber Klimaxbaumarten wie der Buche sowie ihre verjüngungsökologischen Ansprüche als Lichtbaumart weitgehend auf die schlechteren Standorte abgedrängt worden. Vor allem ihre Anpassung an eine eingeschränkte Wasserversorgung bietet Chancen für die Kiefernwirtschaft, während die Anbaumöglichkeiten anderer Baumarten eines ähnlichen Verwendungsspektrums wie der Fichte durch deren Trockenstressgefährdung deutliche Einschränkungen erfahren werden.

Die Wirtschaftlichkeit der Kiefernstarkholznutzung erfordert Analysen der Charakteristika dieser Nutzungsart, ihrer Arbeitsprozesse und ihres Absatzmarktes, sowie eine Erschließung neuer Anwendungsmöglichkeiten für Produkte aus diesem Rohstoff. Hierdurch sollen Stoffströme auf höherwertige und ggf. neue Verwendungen umgelenkt werden. So kann das Potential des Rohstoffes Kiefernholz voll ausgeschöpft werden. Die rechtzeitige Reaktion auf sich akkumulierende Kiefernvorräte starker Dimension erlaubt die Entwicklung angepasster Verjüngungskonzepte, um die Bestände zielgerecht, planmäßig und zeitlich geordnet in die nächste Generation zu überführen und auch die zukünftige Versorgung mit kiefernbasierten Produkten aus allen Bestandesaltern zu sichern.

Belastbare Informationen über Nutzungspotenziale des Kiefernrohholzes der nächsten 50 Jahre sind wichtige Informationen für Kiefernwaldbesitzer und die holzverarbeitende Industrie. Sie geben Aufschluss, wann mit einem Über- oder Unterangebot an Holz zu rechnen und mit welchen Fluktuationen bei den Erlösen zu rechnen ist. Der Waldbesitzer kann mit unterschiedlichen waldbaulichen Strategien versuchen, sein betriebliches Ergebnis zu verbessern, die Holzindustrie benötigt entsprechende Informationen für Investitionsentscheidungen und die Entwicklung von Vermarktungsstrategien. Beide Seiten profitieren gleichermaßen davon, wenn die entsprechenden Sortimente und Qualitäten langfristig ohne allzu große Schwankungen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen dieses Teilprojekts soll eine umfassende Analyse der in den nächsten Jahrzehnten verfügbaren Kiefernstammholzvorräte in der Region Nord-Deutschland (Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein sowie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern), insgesamt und getrennt nach den Waldbesitzarten erfolgen. Es sollen die potenziellen Nutzungsmöglichkeiten an geästetem und nicht geästetem Kiefernstammholz differenziert nach Stärkeklassen eingeschätzt werden. Weiterhin soll geprüft werden, mit welchen waldbaulichen Strategien in der Endnutzung der Kieferbestände die größte Kontinuität in der Wertschöpfung erreicht werden kann.

Laufzeit:
11/2021 bis 10/2024
Beteiligte Sachgebiete der NW-FVA:
Ertragskunde (Abt. Waldwachstum)
Antragsteller:in für die NW-FVA:
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In Kooperation mit:

Verbund: Nachhaltige Nutzungspotentiale für Kiefernstarkholz – eine ganzheitliche Betrachtung ihres Aufkommens, Waldbaus, der Holzernte und ihrer Verwertung

  • Fraunhofer-Institut für Holzforschung; Wilhelm-Klauditz-Institut WKI, Braunschweig, (Teilvorhaben 1: Furnierbasierte 2d- und 3d-Verbundwerkstoffe für lasttragende Anwendungen auf Basis Kiefernstarkholz)
  • Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Forstökonomie (Teilvorhaben 3: Analyse der Wertschöpfungspotentiale von Kiefernstarkholz in Nordwestdeutschland)
  • Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie (Teilvorhaben 4: Sichere sowie umwelt- und bestandesschonende Starkholzernte / Abbildung der gesamten Prozesskette)
  • Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte, (Teilvorhaben 5: Verklebbarkeit von furnierbasierten Verbundwerkstoffen auf Basis von Kiefernstarkholz)
  • Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte, (Teilvorhaben 6: Identifizierung und Entwicklung von Produkten aus Kiefernstarkholz)
Förderung:

Das Projekt wird aus Mitteln der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) durch die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Rahmen der Förderrichtlinie des Waldklimafonds im Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ mit dem Förderschwerpunkt: Erhöhung des Holzproduktspeichers sowie der CO2-Minderung und Substitution durch Holzprodukte gefördert. Förderkennzeichen: 2220WK01A3

Kontakt: