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Pressemitteilung: Fachtagung eröffnet Perspektiven für historische Hutewälder

28. August 2025: Historische Hutewälder gehören zu den artenreichsten und zugleich bedrohtesten Waldlebensräumen. Mithilfe von Weidetieren können sie am besten erhalten und wieder entwickelt werden. Das ist das Ergebnis einer von der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) am 27. und 28.8. in Göttingen ausgerichteten Fachtagung. Anlass war unter anderem das 25-jährige Bestehen des Hutewalds Solling, der ein bundesweit herausragendes Beispielprojekt für die Wiederaufnahme einer Beweidung im Wald ist.

Themenfelder der Tagung waren die Bedeutung historischer Hutewälder und Waldweidelandschaften für die Artenvielfalt, die Ergebnisse von Langzeit-Untersuchungen sowie Fragen der Umsetzung einer Beweidung im Wald. „Als historische Hutewälder bezeichnet man Wälder, die durch eine frühere Beweidung mit Rindern, Pferden oder Schafen beeinflusst wurden und noch heute Merkmale dieser früheren Beweidung aufweisen“, erläutert Dario Wolbeck. Er bearbeitet an der NW-FVA ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Projekt zur Waldweide. „Ohne Beweidung wachsen die Hutewälder zu und der typische lichte Waldcharakter geht verloren“, so Wolbeck weiter.

Zu allen Themenfeldern konnten renommierte Fachleute gewonnen werden. „Das riesengroße Interesse an der schnell ausgebuchten Tagung hat uns gezeigt, dass wir hier ein wichtiges Thema aufgegriffen haben“, berichtet Dr. Marcus Schmidt, der an der NW-FVA das Sachgebiet Arten- und Biotopschutz leitet. „Insgesamt haben 230 Personen in Präsenz oder online an der Veranstaltung teilgenommen“, so Schmidt weiter. Bei der Tagung wurde aufgezeigt, wie die Waldweidenutzung in historischen Hutewäldern neu belebt und so die Lebensraumkontinuität und Artenvielfalt dieser besonderen Waldlebensräume erhalten werden kann.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Erkenntnisse der Begleit­unter­suchungen aus verschiedensten Waldweideprojekten in ganz Deutschland vorgestellt. Darüber hinaus ging es um rechtliche und organisatorische Fragen einer Beweidung im Wald. Ein wichtiges Referenzgebiet ist der Hutewald Solling in Südniedersachsen. Hier wurde bereits vor 25 Jahren ein Forschungsvorhaben auf den Weg gebracht, das offene Fragen im Zusammenhang mit der Beweidung von Hutewäldern beantworten sollte. Erkenntnisse aus 25 Jahren wissenschaftlicher Begleitung im Hutewald Solling fasste Dr. Andreas Mölder, ebenfalls Wissenschaftler an der NW-FVA, in einer Präsentation zusammen. Der Hutewald im Solling war auch Ziel einer Exkursion am zweiten Tagungstag.

Die folgenden Fotos können kontextbezogen im Rahmen der Pressearbeit verwendet werden:

Foto 1 (jpg-Datei, 7 MB):
Bildunterschrift: Islandpferde unter Huteeichen im Naturschutzgebiet Hühnerfeld in Südniedersachsen (Foto: Dario Wolbeck)

Foto 2 (jpg-Datei, 2,4 MB):
Bildunterschrift: Exmoorponys im Hutewald Solling (Foto: Andreas Mölder)

Foto 3 (jpg-Datei, 2,2 MB):
Bildunterschrift: Rotes Höhenvieh unter Huteeichen im hessischen Reinhardswald (Foto: Marcus Schmidt)