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NWE-Fläche (Foto: A. Mölder)
Ästiger Stachelbart (Foto: R. Steffens)

Einfluss der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität in Wäldern

(Abkürzung: WABI)

Hintergrund

Wälder haben eine große Bedeutung für die Sicherung der biologischen Vielfalt. Sowohl die Integration von Naturschutzzielen in die Bewirtschaftungskonzepte der Forstbetriebe als auch die Ausweisung von Vorrangflächen des Naturschutzes im Wald sind fester Bestandteil einer multifunktionalen Forstwirtschaft. Die seit einigen Jahren stark beschleunigte Ausweisung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung (NWE) verändert zunehmend das Wald-Management in Deutschland, indem lokal und regional eine Aufgabe der forstlichen Nutzung auf Dauer festgeschrieben wird. Insbesondere die Wirksamkeit von großen NWE-Flächen im Sinne von Wildnis- und Wildnisentwicklungsgebieten der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) ist umstritten. Ihre Wirkungen auf die Biodiversität auf der Landschaftsebene können, im Vergleich zu einer nachhaltigen, multifunktionalen Bewirtschaftung bisher nicht belastbar abgeschätzt werden.

Zielsetzung

Das Projekt erarbeitet eine aktuelle Synthese zu den wissenschaftlich belegbaren Auswirkungen der Waldbewirtschaftung bzw. der natürlichen Waldentwicklung nach Nutzungsaufgabe auf die Biodiversität. In Verbindung mit Methodentests und der Aufbereitung vorhandener Ergebnisse und Datenbestände entwickelt es auf der Grundlage dieser Synthese ein Konzept für ein langfristig orientiertes Monitoringsystem für repräsentative Waldlandschaften, mit dem die Effekte der forstlichen Nutzung auf die Biodiversität von Wäldern belastbar abgeschätzt werden können. Das Monitoringsystem kann mit den Kooperationspartnern auf Landes- und Bundesflächen unmittelbar erprobt werden.

Das Verbundvorhaben gliedert sich in zwei Teilprojekte. Im ersten Teilprojekt (TP 1) wird auf Grundlage einer Synthese des aktuellen Wissens gemeinsam mit Experten eine Liste von Indikatoren (Arten, Strukturen, Lebensräume, Standortbedingungen) ermittelt. Im Teilprojekt 2 (TP 2) wird auf dieser Grundlage das Monitoringkonzept entwickelt und einem Praxistest unterzogen.

Laufzeit des Projektes: Mai 2020 bis Mai 2023

Beteiligte Abteilungen der NW-FVA: Waldnaturschutz

Antragsteller für die NW-FVA: Dr. Peter Meyer

Teilprojekt 1 (TP1): Synthese: Auswirkungen der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität. Teilprojektleitung: Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen

Teilprojekt 2 (TP2): Konzeption und Erprobung eines Monitoringsystems zur Abschätzung der Effekte der Waldbewirtschaftung auf die Biodiversität von Waldlandschaften. Teilprojektleitung und Koordination des Verbundvorhabens: NW-FVA

Kooperationspartner: Bayerische Staatsforsten, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Forst Baden-Württemberg, Landesbetrieb Forst Brandenburg, Landesbetrieb HessenForst, Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Niedersächsische Landesforsten, SaarForst Landesbetrieb, Schleswig-Holsteinische Landesforsten, Staatsbetrieb Sachsenforst, ThüringenForst, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN)

Förderung: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Förderkennzeichen: 22011518

Kontakt: Dr. Peter Meyer, Dr. Tim Mann, Dr. Constanze Keye