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(Foto: Katja Lorenz)

Natürliche Waldentwicklung in Deutschland – operationale und systematische Ergänzung der bestehenden Flächenkulisse

(Abkürzung: NWeos)

Hintergrund

Nach der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) sollen sich 5 % der Waldfläche Deutschlands bzw. 10 % der Wälder der öffentlichen Hand im Jahr 2020 natürlich entwickeln.

Wälder mit natürlicher Entwicklung (NWE) umfassen Wald- oder waldfähige Flächen von mindestens 0,3 ha Größe, auf denen eine forstliche Nutzung sowie naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen dauerhaft unterbleiben. Ihre natürliche Waldentwicklung ist dauerhaft rechtsverbindlich gesichert.

An der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt wurden bereits zwei Forschungsprojekte (NWE5, NWePP) zum Thema Wälder mit natürlicher Entwicklung bearbeitet. So zeigt eine 2019 durchgeführte Bilanz, dass die quantitativen Ziele der NBS in Bezug auf Wälder mit natürlicher Entwicklung bis zum Zieljahr 2020 voraussichtlich nicht erreicht werden (absehbare Lücke von ca. 114.000 ha zum 5%-Ziel).

In Deutschland gibt es Waldflächen, die sich bereits langfristig natürlich entwickeln, ohne jedoch einen rechtsverbindlichen Status als NWE zu besitzen. Nach einer Modellierung der NW-FVA (NWePP) ist dies beispielsweise in schlecht erschlossenen Steillagen und stark wasserbeeinflussten Bereichen der Fall. Hier fallen geringes Nutzungsinteresse und hoher naturschutzfachlicher Wert zusammen.

Zielsetzung

Seit Januar 2020 beschäftigt sich das Vorhaben „NWeos“ mit der Frage, inwieweit die NWE-Flächenkulisse durch die langfristig nutzungsfreien, jedoch nicht verbindlich als NWE gesicherten Waldflächen erweitert werden kann.

Mit dem Projekt sollen die wichtigsten praxisrelevanten Fragestellungen in Bezug auf die Ausweisung und Betreuung von Wäldern mit natürlicher Entwicklung beantwortet sowie Wege für finanzielle Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden. Leitlinie für die Auswahl neuer NWE-Flächen sollte der Abgleich zwischen naturschutzfachlichen (vor allem Repräsentativität) und ökonomischen Belangen sein. Durch das Vorhaben NWeos wird zudem die NWE-Flächenbilanz im Zieljahr 2020 aktualisiert und das NWE-Flächensystem naturschutzfachlich bewertet.

Einzelne Arbeitsschritte des Vorhabens:

  • Wiederholungsabfrage der bundesweiten NWE-Flächen
  • Workshops zur Entwicklung von operationalen Lösungswegen für die Umsetzung von natürlicher Waldentwicklung
  • Synopse zu (privat-)rechtlicher Sicherung von und Fördermöglichkeiten für NWE-Flächen
  • Praxisleitfaden zur Auswahl, Betreuung und Monitoring von NWE-Flächen
  • Entscheidungsunterstützungssystem zur Identifikation neuer NWE-Flächen basierend auf modellierten NWE-Potenzialflächen

 

Laufzeit:  Januar 2020 bis Dezember 2022

Beteiligte Abteilungen der NW-FVA: Waldnaturschutz

Antragsteller: Prof. Dr. Hermann Spellmann, Dr. Peter Meyer

Förderung: Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)

Kontakt: Claudia SteinackerDr. Peter Meyer

   

Jetzt NWE-Flächen melden!

Waldbesitzer*innen mit nutzungsfreien Waldflächen, deren natürliche Entwicklung auf Dauer gesichert ist, können diese noch bis Jahresende 2020 zur Aufnahme in die NWE-Bilanz melden.

Auskünfte zu den benötigten Informationen erhalten Sie bei der Ansprechpartnerin des Projektes und in einem Datenanforderungsbogen (s. u.). Übermittelte Daten werden vertraulich behandelt.

Ansprechpartnerin: Claudia Steinacker  -  claudia.steinacker@nw-fva.de  -   Tel.: 0551/ 69401 - 461

Download: Datenanforderungsbogen