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Sturmschaden durch Orkantief Friederike am 18.01.2018 (Foto: J. Evers)

Minimierung des Sturmschadensrisikos in Wäldern vor dem Hintergrund des Klimawandels

(Abkürzung: MiStriKli)

Kurzbeschreibung: Winterstürme wiesen in den vergangenen Jahrzehnten das mit Abstand höchste abiotische Gefahrenpotenzial für die Wälder Europas auf. Große Sturmereignisse haben drastische betriebswirtschaftliche, waldbaulich-ertragskundliche, forstschutztechnische und ökologische Auswirkungen in den betroffenen Regionen zur Folge. Dabei werden die Rahmenbedingungen der Winterstürme durch den Klimawandel zudem stetig verändert. Klimamodelle deuten darauf hin, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts die Häufigkeit, die Intensität und die Aktivität von Winterstürmen über der Nordatlantisch-Europäischen Region zunehmen werden.

Daraus ergibt sich die Frage, wie durch Anpassungsmaßnahmen auf die Zunahme des Sturmgeschehens proaktiv reagiert werden kann, um eine Minimierung des zukünftigen Sturmschadensrisikos in Wäldern herbeizuführen.

In fünf eng miteinander verzahnten Arbeitspaketen soll mit meteorologischen, waldwachstumskundlichen, naturschutzfachlich-ökologischen und ökonomischen Forschungsansätzen das interdisziplinäre Forschungsprojekt MiStriKli durchgeführt werden. Zentrales Ziel ist es, durch eine angepasste Steuerung der Struktur und Zusammensetzung von Wäldern die negativen Auswirkungen des zukünftigen Sturmschadensrisikos in den Wäldern Deutschlands zu minimieren. Dafür sollen optimale Managementstrategien unter Berücksichtigung naturschutzfachlich-waldökologischer und ökonomischer Kriterien auf der Basis robuster Entscheidungen entwickelt werden. Die unterschiedlichen Zielgrößen und Entscheidungshilfen werden flächendeckend für die Waldfläche Deutschlands projiziert bzw. abgeleitet.

An der NW-FVA werden folgende zwei Arbeitspakete (AP) bearbeitet:

Im AP 2 „Sturmschadensmodellierung“ steht die Entwicklung eines statistischen Sturmschadensmodells zur simultanen Erfassung der Effekte der Böengeschwindigkeit sowie von Bestockungs-, Boden- und Geländeeigenschaften auf das Sturmschadensrisiko von Einzelbäumen und Waldbeständen im Vordergrund. Das Sturmschadensmodell wird eine verbesserte Abschätzung von regional und kleinräumig differenzierten Sturmschadenswahrscheinlichkeiten für Einzelbäume und Waldbestände für die wichtigsten Wirtschaftsbaumarten ermöglichen.

Im AP 4 „Naturschutzfachlich-ökologische Bewertung“ soll ein naturschutzfachlich-waldökologisches Bewertungsverfahren für die Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit von Waldentwicklungstypen in Abhängigkeit von Standort, Schutzstatus und Bewirtschaftungsregime sowie von sturmbedingten Störungsflächen und deren Management entwickelt werden.

Laufzeit: Januar 2019 bis Dezember 2021

Beteiligte Abteilungen der NW-FVA: Waldwachstum

Antragsteller der NW-FVA: Prof. Dr. Hermann Spellmann, Dr. Matthias Schmidt, Dr. Peter Meyer

Kooperationspartner: (1) Professur für Umweltmeteorologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Projektleitung, Koordination und Bearbeitung des Arbeitspaketes „Windböenmodellierung“), (2) Professur für Forstökonomie und Forstplanung, Albert-Ludwig-Universität Freiburg (Arbeitspakete „Ökonomische Bewertung“ und „Optimierung Managementstrategien“)

Förderung im Rahmen der Fördermaßnahme des Waldklimafonds: durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Förderkennzeichen: 22WK416602

Kontakt: Arbeitspaket 2, Sturmschadensmodellierung: Dr. Matthias Schmidt, Thorsten Zeppenfeld
Arbeitspaket 4, Naturschutzfachlich-ökologische Bewertung: Dr. Peter Meyer, Laura Demant