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Buchenwald in der Alters- und Zerfallsphase

Identifizierung und Schutz von Waldbeständen mit vorrangiger Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität

Projektbeschreibung: Mit dem Vorhaben soll in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ein Lösungsweg für zwei wichtige Ziele des Waldnaturschutzes erarbeitet werden: Zum einen der Schutz der Lebensgemeinschaften der Alters- und Zerfallsphase von Laubwäldern, zum anderen der Schutz von gefährdeten Waldbiotopen auf extremen Standorten.


Das Projekt geht von der Überlegung aus, dass Schutzbemühungen im Wald vor allem dort ansetzen sollten, wo eine größtmögliche Wirksamkeit zu erwarten ist. Dies gilt insbesondere für die Zentren der typischen Arten- und Lebensraumvielfalt (Biodiversitätszentren, Syn. Hotspots). Deren Stabilisierung ist wesentlich effektiver als ihre Wiederherstellung an anderer Stelle. Zudem können sie als Spenderflächen für angrenzende Waldflächen fungieren und damit auch der Wiederherstellung naturnaher Lebensgemeinschaften auf größerer Fläche dienen.

Für die Umsetzung dieser Strategie stehen derzeit noch keine praxisreifen Methoden zur Verfügung. Diese Lücke soll mit dem hier vorstellten Vorhaben geschlossen werden, in dem ein Verfahren entwickelt, erprobt und validiert wird, mit dem Biodiversitätszentren identifiziert und langfristig gesichert werden können. Als konkrete Biodiversitätszentren stehen die Lebensgemeinschaften der Alters- und Zerfallsphase von Laubwäldern sowie die Waldbiotope auf extremen Standorten (nass, trocken, nährstoffarm) im Fokus des Projektes. Diese haben aufgrund ihrer Naturnähe, Seltenheit und Gefährdung einen besonders großen naturschutzfachlichen Wert.

Das zu entwickelnde praxisreife Verfahren zur Identifikation von Biodiversitätszentren soll die Auswertung vorliegender Daten ebenso einschließen wie geeignete Methoden der Vor-Ort-Kartierung sowie zielführende Maßnahmenbündel zur Behandlung und langfristigen Sicherung der Biodiversitätszentren.

Laufzeit: September 2012 bis– August 2015 (verlängert bis 31.12.2015)

Beteiligte Abteilungen der NW-FVA: Waldwachstum

Antragsteller: Prof. Dr. Hermann Spellmann, Dr. Peter Meyer, Dr. Marcus Schmidt

Kooperationspartner: Schleswig-Holsteinische Landesforsten AöR (SHLF)

Förderung: Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): Aktenzeichen 29677

Kontakt: Andreas.Moelder@nw-fva.de

Weitere Informationen: Projektdarstellung auf der Website der DBU 

Link zu den Vorträgen der Tagung "Hotspots - Ausgewählte Waldbestände zum Erhalt der Biodiversität", die am 16. Oktober 2015 in Flintbek (Schleswig-Holstein) stattgefunden hat.

Veröffentlichungen:
Mölder, A.; Schmidt, Mar.; Schönfelder, E.; Engel, F.; Schmiedel, I.; Culmsee, H. (2016): 
Gefäßpflanzen als Indikatoren historisch alter Waldstandorte. AFZ-DerWald, 71 Jg., 13, 39-42
Mölder, A. (2016):  August Niemann (1761 - 1832) - ein Pionier des Natur- und Landschaftsschutzes in Schleswig-Holstein. Natur u. Landschaft, 91, 3, 126-131
Mölder, A.; Schmidt, M.; Schönfelder, E.; Engel, F.; Schulz, F. (2015): Bryophytes as indicators of ancient woodlands in Schleswig-Holstein (Northern Germany). Ecological Indicators 54, 12-30. (doi: 10.1016/j.ecolind.2015.01.044)
Schmidt, M.; Mölder, A.; Schönfelder, E.; Engel, F.; Schmiedel, I.; Culmsee, H. (2014): Determining ancient woodland indicator plants for practical use: A new approach developed in northwest Germany. Forest Ecology and Management, 330, 228-–239 (doi: 10.1016/j.foreco.2014.06.043)
Mölder, A.; Gürlich, S.; Engel, F. (2014): Die Verbreitung von gefährdeten Holz bewohnenden Käfern in Schleswig-Holstein unter dem Einfluss von Forstgeschichte und Besitzstruktur. Forstarchiv 85, 84-101
Mölder, A.; Schmidt, M.; Meyer, P. (2013): Stellungnahme zum Beitrag „Urwaldstandorte in Schleswig-Holstein“ von Götz Heeschen und Thomas Wälter in Natur u. Landschaft 87 (11)/2012. Natur u. Landschaft, 88(2), S. 87

Für konzeptionelle Hintergrundinformationen zu dem Projekt siehe:
Meyer, P.; Schmidt, M.; Spellmann, H. (2009): Die „Hotspots-Strategie“ – Wald-Naturschutzkonzept auf landschaftsökologischer Grundlage. AFZ/DerWald 15/2009, 822-824