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Modellvorhaben zur Förderung von Maßnahmen zur nachhaltigen Nährstoffversorgung und Gesunderhaltung von Wäldern (Modellvorhaben Nährstoffversorgung von Wäldern)

Kurzbeschreibung: Zum Ausgleich hoher Stoff- und Säureeinträge auf dem Luftpfad, insbesondere von Schwefeldioxid, wurde in den 1980er Jahren als Maßnahme gegen „neuartige Waldschäden“ die Kompensationskalkung im Wald eingeführt. Sie ist in der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ förderfähig.

Seit den 1980er Jahren haben die Stoff- und Säureeinträge in die Wälder erheblich abgenommen, und die besonders belasteten Standorte sind zum Teil schon mehrfach gekalkt worden. Die Waldböden haben sich jedoch von der historischen Belastung noch nicht vollständig erholt. Insbesondere die Stickstoffeinträge überschreiten noch immer kritische Belastungsgrenzen und stellen langfristig ein Risiko für die Qualität der Böden und des Grundwassers und für die Waldbestände dar. Die hohen Stickstoffeinträge können zum Mangel an anderen Nähr- und Spurenelementen führen. Zudem kann es zu Nähr- und Spurenelemententzügen durch die Holzernte kommen. Die vermehrte Nutzung schwächeren Holzes für energetische Zwecke, die zur Erreichung der Ziele der Bundesregierung und der EU zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien erwünscht ist, verschärft dieses Problem, weil die Nähr- und Spurenelemente vorwiegend in der Rinde gespeichert werden und schwächeres Holz und Reisig einen proportional höheren Rindenanteil haben als stärkeres Stammholz. Bei der Verbrennung zur Energiegewinnung verbleiben diese Elemente in der Asche. In diesem Lichte bedarf die Kompensationskalkung im Wald einer Neuausrichtung.

Aus diesem Grund fördert das BMEL ein Modellvorhaben zur nachhaltigen Nährstoffversorgung und Gesunderhaltung von Wäldern unter Beteiligung von sechs Bundesländern. Das Modellvorhaben umfasst Kalkungen – z.T. verbunden mit der Ausbringung von Holzasche zur Nährstoffrückführung – im Privat- und Körperschaftswald und Begleitforschung auf Versuchsflächen der Länder.

Ziele:

  • Erforschung der Wirkung der Kompensationskalkung, insbesondere auch wiederholter Kalkungen auf Boden, Bodenlösung, Vegetation und Ernährungszustand der Bäume
  • Ableitung praktischer Empfehlungen zur Nährstoffrückführung
  • Erforschung der Akzeptanz von Holzasche bei den Waldbesitzern
  • Weiterentwicklung der Fördergrundsätze und Handlungsempfehlungen für die Kompensationskalkung
  • Wissenstransfer an die Waldbesitzer


Mit der zentralen wissenschaftlichen Begleitung des Vorhabens wurde die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) betraut.
Die Ergebnisse des Vorhabens (Abschlussbericht) stehen allen Unternehmen der Forstwirtschaft unentgeltlich zur Verfügung und werden nach Abschluss des Vorhabens hier veröffentlicht.

Laufzeit: Januar 2015 bis Dezember 2017

Beteiligte Abteilung: Umweltkontrolle

Antragsteller der NW-FVA: Prof. Dr. Johannes Eichhorn, Dr. Ulrike Talkner, Dr. Michael Mindrup

Kooperationspartner: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA-BW), Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE), Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF), Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz Saarland (LUA)


Förderung:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Beihilfenummer: SA.40473 (2014/XA)

Kontakt: Dr. Carolin ThomsDr. Ulrike Talkner, Dr. Michael Mindrup