Laufende Projekte
Abgeschlossene Projekte
 

Verbundprojekt WAHYKLAS - Teilprojekte (TP 3 und 9)

TP 3: Retrospektive Arealanalyse der wichtigsten Schaderreger und deren Populationsdynamik an den ökologisch und ökonomisch bedeutendsten Baumarten (Eichen und Kiefern) und Gefährdungsanalyse für potentielle und standortgerechte Baumarten (Sachgebiet Schmetterlinge / Mäuse der NW-FVA)

Ziele: Mit Hilfe einer retrospektiven Analyse der Waldschutzüberwachung und des Waldschutzmeldewesens für drei Untersuchungsgebiete (Rheintal, Colbitz-Letzlinger Heide, Finsterwalde/Luckenwalde) wird eine Gefährdungsanalyse für die wichtigsten Baumarten ausgearbeitet. Außerdem wird für potentielle und standortgerechte Baumarten, die in der Zukunft dort angebaut werden könnten, eine Gefährdungsanalyse durchgeführt. Etliche Klimaprojektionen prognostizieren für Deutschland einen deutlichen Temperaturanstieg bei gleichzeitig veränderten jährlichen Niederschlagsverteilungen. Je nach Region werden die Auswirkungen des Klimawandels unterschiedlich sein und bei zunehmender Kontinentalität größeren Einfluss haben. Eine retrospektive Analyse der Schadereignisse ermöglicht Aussagen über zukünftige Waldschutzrisiken und Gefährdungen durch die Schaderreger unter veränderten Klimabedingungen.

Teilprojektleiter: Dr. Pavel Plasil

Kiefernspinner (Dendrolimus pini)
Eigelege des Kiefernspinners
Raupe des Kiefernspinners

TP 9: Screening auf Befall und endophytische Durchseuchung der Kiefer mit Sphaeropsis sapinea sowie krankheitsauslösende Faktoren in der Pilz-Wirt-Interaktion (Sachgebiet  Mykologie / Komplexerkrankungen der NW-FVA)

Ziele: Das Diplodia-Triebsterben der Kiefer und andere, potentielle, infolge des Kilmawandels profitierende, pilzliche Schaderreger werden im Kronenbereich von Kiefern untersucht. Erste Studien in den Kiefernbeständen des Nordwestdeutschen Tieflandes haben gezeigt, dass in den klimasensiblen Projekträumen (Oberrheinebene, Fränkisch Würzburger Raum, Ost- bzw. Nordostdeutsches Diluvium (Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg)) mit einer verstärkten Schädigung durch den wärmeliebenden, das sogenannte „Diplodia-Triebsterben der Kiefer“- auslösenden Schlauchpilz Sphaeropsis sapinea, gerechnet werden kann. Die Erkrankung kann ausbrechen, wenn der zunächst endophytisch lebende Schaderreger in seine parasitische Phase übergeht oder wenn er geschädigte Wirtsbäume neu infiziert. Dazu können unterschiedliche Faktoren führen, wie z. B. Insektenfraß, Mistel-Befall, Hagelschlag oder allgemeine Vitalitätsverluste. Jene auslösenden Faktoren werden in den unterschiedlichen klimasensiblen Projekträumen ermittelt. Zusammen mit der Kenntnis über den Grad der Verbreitung des Erregers sollen diese ermittelten Faktoren eine Neubewertung der Fraßtoleranz in Kiefernbeständen und die Einschätzung der die Baumvitalität schwächenden Faktoren ermöglichen. Mit dieser Neubewertung werden forstliche Handlungsempfehlungen in Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels entwickelt und Bekämpfungs- und Schadschwellen für die Kiefernfraßgesellschaft unter Berücksichtigung des sekundären Schadfaktors S. sapinea für die klimasensiblen Regionen festgelegt.

Teilprojektleiterin: Dr. Gitta Langer

Diplodia-Triebsterben an Waldkiefer (Pinus sylvestris)
Diplodia-Triebsterben an einer Kiefern-Jungpflanze
Diplodia-Triebsterben an Schwarzkiefer (Pinus nigra)

Publikationen TP 9:

Bußkamp, J.; Langer, G. J. (2018):  Diplodia-Triebsterben - ein neues Phänomen? In: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Hrsg.): Klimawandel, Stadtwald, Schaderreger. Potsdam, 9-11 (doi: 10.2312/PIK.2018.004)

Hu, B.; Sakakibara, H.; Kojima, M.; Takebayashi, Y.; Bußkamp, J.; Langer, G. J.; Peters, F.S.; Schumacher, J.; Eiblmeier, M.; Kreuzwieser, J.; Rennenberg, H. (2017): Consequences of Sphaeropsis tip blight disease for the phytohormone profile and anti-oxidative metabolism of its pine host. Plant Cell Environ., 1-18 ( onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/pce.13118/abstract)