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Schwachholzbiomasse

Kurzbeschreibung:

Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens  Bioenergie-Regionen stärken (BEST) – Neue Systemlösungen im Spannungsfeld ökologischer, ökonomischer und sozialer Anforderungen.

Zur Deckung der steigenden Rohholznachfrage besteht grundsätzlich die Möglichkeit, im Rahmen der forstlichen Produktion neben den konventionell genutzten Stamm- und Industrieholzsortimenten zusätzliche, bisher ungenutzte Waldrestholzsortimente zu vermarkten. Waldrestholz umfasst per Definition sämtliches Holz von geringer Qualität und Holz oberhalb der Aufarbeitungsgrenze von Industrieholz. Der Waldrestholzanteil kann je nach Baumart 25 % bis 40 % der gesamten Derbholzmasse ausmachen. Voraussetzung für eine nachhaltige Erschließung der Waldrestholzpotenziale sind zuverlässige Inventurdaten und Planungswerkzeuge. Bewährte und meist verfügbare Planungsgrundlagen sind die Ergebnisse der Forsteinrichtungen.

Ziel des Teilprojektes Schwachholzbiomasse ist es, die nachhaltig nutzbaren Rohstoffpotenziale in den Waldteilen der Bioenergieregionen Göttinger Land und Thüringen sortimentsbezogen aufzuzeigen, um die Bedarfs- und Vorratssituation zu beleuchten. Dazu sollen dimensions- und artenabhängige Modelle entwickelt werden, mit denen die Massen der verschiedenen Biomassekompartimente sowie der mit deren Nutzung verbundenen Nährstoffentzüge abschätzen zu können. Bei der Berechnung der  Nutzungsszenarien werden auch Biodiversitäts- und Standortsaspekte berücksichtigt.

Des Weiteren soll ein Verfahren zur Qualitätseinschätzung im Rahmen der vereinfachten Bestandesinventur erprobt werden. Auf dieser Basis soll eine qualitätsdifferenzierte Holzaufkommensprognose in den Regionen für die nächsten 30 Jahre unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels für die Produktionslinien stoffliche und energetische Holznutzung erstellt werden.

Die Berechnung von exemplarischen Nutzungsszenarien und die quantitative und qualitative Bewertung der Auswirkungen eines erhöhten Biomasseentzuges auf die Waldstandorte liefern Entscheidungshilfen für die Waldbesitzer. Aufbauend auf dem Waldplaner der NW-FVA wird ein anwenderfreundliches Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt, welches am Projektende übernommen und individuell genutzt werden kann. Es dient als Planungswerkzeug in der jährlichen bzw. mittelfristigen Planung der Forstbetriebe. Die operationale Methode zur Erfassung der Bestandesqualität soll in der Forsteinrichtung Anwendung finden.

Laufzeit: Teilprojekt: Sept. 2010 bis Sept. 2013

Beteiligte Abteilungen: Waldwachstum, Umweltkontrolle

Antragsteller: Teilprojekt: Prof. Dr. Hermann Spellmann

Kooperationspartner: Georg-August-Universität Göttingen, Universität Kassel, Thünen-Institut, 3N-Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe, Fraunhofer-Institut für Holzforschung (Wilhelm-Klauditz-Institut), Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Landkreis Göttingen / Leader+, Göttinger Bodeninitiative e.V., Energiewald Thüringen GmbH, Büro für angewandte Landschaftsökologie und Szenarienanalyse (BALSA)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kontakt: Prof. Dr. Jürgen Nagel