Laufende Projekte
Abgeschlossene Projekte
 

Weichlaubhölzer – Ungenutztes Rohstoffpotenzial!?

Kurzbeschreibung: Im Mittelpunkt des Verbundprojektes stehen Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit (ALN), zu denen die Weichlaubhölzer Birke, Erle, Weide, Pappel und Eberesche zählen. Für Nordwestdeutschland sollen unter Berücksichtigung der standörtlichen und naturschutzfachlichen Restriktionen, die tatsächlich nutzbaren Potenziale abgeschätzt und Bewirtschaftungskonzepte für diese Baumartengruppe entwickelt werden, die in einer nachhaltigen multifunktionalen Waldbewirtschaftung umsetzbar sind. Dabei gilt es, die bisher nicht genutzten Potenziale auf ihre Verfügbarkeit zu überprüfen, geeignete Holzernte- und Bringungsverfahren zu konzipieren und die Kosten-, Erlös- und Verwertungsverhältnisse zu analysieren.

Teilprojekte der NW-FVA:
- Potenzialabschätzung und Bewirtschaftungskonzepte
- Erfassung der standörtlichen und naturschutzfachlichen Restriktionen

Hintergrund: In Deutschland ist der Holzeinschlag von 40 Mio. fm in 2001 auf 62 Mio. fm in 2006 gestiegen. Dennoch lässt sich hiermit die aktuelle Rohholz-Nachfrage nur beschränkt, der prognostizierte Bedarf für die stofflichen und energetischen Nutzergruppen hingegen bei Weitem nicht decken.

Die stark ansteigende Konkurrenz auf dem Rohholzmarkt macht sich am stärksten bei den „traditionell“ verwendeten Holz-Arten und -Sortimenten bemerkbar. Vor allem beim Nadelholz (Fichte und Kiefer) werden sich aufgrund rasant gestiegener Nachfrage, starkem Kapazitätsausbau der Werke sowie veränderter Waldbaustrategien (Erhöhung des Laubbaumanteils) mittelfristig drastische Versorgungsengpässe ergeben, die zu einem Umdenken der Industrie führen müssen.

Laubbäume mit niedriger Umtriebszeit, mit bemerkenswert hohen Vorräten in den deutschen Wäldern, bleiben hingegen ungenutzt oder werden zu Produkten geringer Wertschöpfung verarbeitet. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur II (BWI 2) haben gezeigt, dass besonders in den norddeutschen Bundesländern ein erheblicher Vorrat an unverplanten ALN stockt. In Deutschland beläuft sich der Holzvorrat an ALN nach Angaben der BWI 2 auf rund 180 Mio. m³, was ca. 15% des gesamten Laubholzvorrates entspricht.

 

Laufzeit: November 2009 bis Juni 2013

Beteiligte Abteilungen: Waldwachstum

Antragsteller: Prof. Dr. H. Spellmann, Prof. Dr. J. Nagel

Kooperationspartner: Fakultät der Forstwissenschaften und Waldökologie der Georg-August-Universität Göttingen (Abteilung Arbeitswissenschaft u. Verfahrenstechnologie: Teilprojekt "Holzernte inklusive Mobilisierung und Logistik"; Abteilung Forstökonomie und Forsteinrichtung: Teilprojekt "ökonomische Analyse und Bewertung")

Förderung: Volkswagen AGNiedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Fachagentur nachwachsende Rohstoffe (ab 2010)

Kontakt:  Christoph Fischer 

Publikationen:
Nagel, R.-V.; Noltensmeier, A. (2014): Waldbauliche Konzepte für Roterle und Birke. AFZ/Der Wald, 69. Jg., 19, 11-14
Fischer, C.; Overbeck, M.; Spellmann, H. (2011):
 Zur Quantifizierung des Vorrates an Laubholz mit niedriger Umtriebszeit in Niedersachsen. Forstarchiv, 82. Jg., 1, 26-28
Fischer, C.; Spellmann, H.; Nagel, J. (2010): Projekt "Weichlaubholz - ungenutztes Rohstoffpotenzial?!". AFZ/Der Wald, 65. Jg., 22, 36-37