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Erfolgreiche Länder-Kooperation in der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt

v. l. n. r.: Prof. Dr. Hermann Spellmann (Leiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt) ; Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (Niedersächsisches Ministerium für den ländl. Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) ; Staatssekretär Karl-Winfried Seif (Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz) ; Staatssekretär Dr. Hermann Aeikens (Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt)


Staatssekretäre zogen erste Jahresbilanz (1.2.2007)

Göttingen. Grund zur Freude hatten die Staatssekretäre der für Forsten zuständigen Ministerien der Länder Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in Göttingen. Nach einer Besichtigung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) zogen sie eine erste positive Jahresbilanz der am 1. Februar 2006 eingerichteten Mehrländer-Anstalt. Karl-Winfried Seif, Friedrich-Otto Ripke und Dr. Hermann Onko Aeikens stimmen im Urteil überein: „Wir hatten uns vorgenommen, die Qualität der forstlichen Forschung und Beratung umfassend und auf hohem Niveau zu sichern. Dieses gemeinsame Ziel haben wir erreicht und sind mehr als zufrieden“. Gleichzeitig gelang es den drei Bundesländern, ein Viertel der bisherigen Kosten einzusparen und damit einen beachtlichen Beitrag zur Entlastung der Landeshaushalte zu leisten.
Zu den Hauptaufgaben der NW-FVA zählen die praxisnahe forstliche Forschung und Beratung aller Waldbesitzarten. „Wir haben mit der Gründung der Mehrländeranstalt in vielerlei Hinsicht Neuland betreten“, sagt Prof. Hermann Spellmann, Leiter der NW-FVA. „Es freut mich besonders, dass unsere 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schnell zu einem motivierten Team zusammengewachsen sind. Deshalb konnten wir die Leistungen für unsere Kunden, Waldbesitzer und Landesverwaltungen auch während der umfangreichen Neuorganisation in vollem Umfang aufrechterhalten.“ Erste Bewährungsproben hatte die NW-FVA gleich im Jahr ihrer Gründung zu bestehen: eine Massenvermehrung der Waldmaikäfer in der hessischen Rhein-Mainebene gefährdete dort große Eichenwälder. In mehreren Regionen Nordwestdeutschlands setzten Borkenkäfer der Fichte stark zu. Durch kompetente und bedarfsgerechte Beratung der Hilfe suchenden Waldbesitzer leiteten die Spezialisten der Versuchsanstalt in den Forstbetrieben erfolgreich Maßnahmen gegen die gefräßigen Insekten ein. Aktueller Arbeitsschwerpunkt sind die vor zwei Wochen vom Orkan Kyrill geworfenen Nadelhölzer, die verstreut im Wald liegen und die Forstbetriebe vor große logistische Herausforderungen stellen. Die NW-FVA leistet durch Schulungen und Waldschutzempfehlungen aktive Hilfe, damit die Waldbesitzer gegen den erwarteten Ansturm der Borkenkäfer bestmöglich gewappnet sind.

Die NW-FVA forscht und berät alle Waldbesitzer auf den Gebieten Waldwachstum, Waldschutz, Waldgenressourcen und Umweltkontrolle. Die Abteilung Waldgenressourcen und Forstpflanzenzüchtung ist in Hann. Münden angesiedelt. Im modernen Umweltlabor in der Göttinger Zentrale werden Wasser-, Pflanzen-, Humus- und Bodenproben chemisch analysiert. Die so gewonnenen Daten bilden eine wesentliche Grundlage des forstlichen Umweltmonitorings in Nordwestdeutschland, zu dem auch die Waldzustandsberichte gehören.