Ertragskunde
Mitarbeiter/-innen
Waldverjüngung
Wachstums- und Risikomodellierung
Waldinventur / Informatik / Biometrie
 
B-Grad eines klassischen Fichten-Durchforstungsversuchs (Dhronecken 149/150); Alter 127 Jahre, Grundfläche 57,2 m²/ha, Vorrat 853 Vfm/ha

Ertragskunde

Das Sachgebiet Ertragskunde untersucht auf einem umfangreichen Versuchsflächennetz gesteuerte Waldentwicklungen mit unterschiedlichen Fragestellungen. Der ertragskundlichen Forschung verdankt die Forstwirtschaft grundlegende Erkenntnisse u. a. über Wachstum und Ertrag der wirtschaftlich bedeutenden Baumarten in Rein- und Mischbeständen in Abhängigkeit von Alter, Standort und waldbaulicher Behandlung, über die Anbauwürdigkeit fremdländischer Baumarten sowie herkunftsbedingte Leistungs- und Qualitätsunterschiede.  Langfristigkeit und Kontinuität der ertragskundlichen Versuchsführung sind notwendige Voraussetzungen für den Erkenntnisgewinn – so wird die derzeit älteste Versuchsfläche, der Buchen-Ertragsversuch Tornau 45, bereits seit 1876 beobachtet.Die wichtigste Arbeitsgrundlage, das Netz ertragskundlicher Versuchsflächen, hat durch die Übernahme der Versuche aus Hessen und Sachsen-Anhalt sowohl hinsichtlich der standörtlichen und klimatischen Repräsentanz wie auch in den untersuchten Fragestellungen eine wertvolle Bereicherung erfahren. Es umfasst derzeit ca. 700 Versuche vom Saarland bis nach  Schleswig-Holstein. Bei den neueren Versuchsanlagen bilden Wuchsreihen (unechte Zeitreihen) der wichtigsten Mischbestandstypen einen Schwerpunkt.  Die Versuchsergebnisse sind die Grundlage für die Erarbeitung zuverlässiger Beurteilungs- und Entscheidungshilfen für die waldbauliche Steuerung von Rein- und Mischbeständen. Ebenfalls auf der Grundlage der Versuchsflächendaten des ertragskundlichen Versuchsflächennetzes erfolgt die  Parametrisierung bzw. Reparametrisierung des Wachstumssimulator BWinPro durch das Sachgebiet  „Informatik und Wachstumsmodellierung“. Der Wissenstransfer in die Praxis wird durch Publikationen, Fortbildungsveranstaltungen sowie durch unmittelbare Beratung gewährleistet. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte der ertragskundlichen Forschung sind das Wuchsverhalten und die rationelle Konkurrenzsteuerung in Mischbeständen, der Standort – Leistungsbezug und Zuwachstrends vor dem Hintergrund sich wandelnder Standorts- und Klimaverhältnisse (in Kooperation mit der Abt. Umweltkontrolle), Fragen der Einzelbaum- und Flächenproduktivität, die verwendungsorientierte Steuerung von Buchen-Küstentannen-Mischbeständen (BMBF-Projekt), die Anbauwürdigkeit, Ertragsleistung und waldbauliche Steuerung der Roteiche in Nordwestdeutschland sowie die Erarbeitung von Qualitätsstandards für die zielgerechte Pflege und Nutzung von Waldbeständen.