SimWald : Auswirkung der Waldbewirtschaftung auf die Nachhaltigkeit von Waldfunktionen

Hinweis: Das Laden der Simulation dauert je nach Rechnerausstattung eine kleine Weile. Damit das Applet auf Ihrem Rechner richtig läuft muß die Java Runtime Engine 1.5 oder höher und Java3D geladen sein. Wichtig erst Java und dann Java3D installieren. Beide Programme können Sie kostenfrei installieren. Bei Problemen lesen Sie bitte die Hinweise zur Java3D_Installation.pdf und downloaden Sie die Datei: java3d-1_5_1-windows-i586.zip

Spielanleitung:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in einer Lotterie überraschend einen kleinen Wald gewonnen. Die einzige Bedingung, Sie dürfen ihn in den nächsten Jahren nicht verkaufen. Was sollen Sie machen ? Der Förster, der die benachbarten Waldflächen bewirtschaftet, bietet Ihnen an, für Sie den Holzverkauf zu übernehmen und kann Ihnen für den Holzeinschlag und das Rücken einen lokalen Waldarbeiter vermitteln. Dieser Waldarbeiter sägt für Sie das Holz und kann auch das Holz mit seinem Trecker rücken. Sie brauchen nur die Bäume auszeichnen, die entnommen werden sollen. Dazu klicken Sie die Bäume mit der rechten Maustaste an, die Bäume erhalten dann eine rote Markierung. Während der 5-jährigen Wachstumsintervalle können mittlere und starke Stürme auftreten.Diese führen insbesondere bei den Fichten zu mehr oder weniger starkem Windwurf.

Versuchen Sie Ihr Glück.


Und so wird gespielt:

1. Gehen Sie in den Wald (Reiterkarte “Im Wald”wählen).

2. Markieren Sie Bäume zur Entnahme (Rechte Maustaste).

3. Fällen Sie die Bäume (Knopf drücken).

4. Verkaufen Sie das Holz (Knopf drücken).

5. Bessern Sie gegebenenfalls den Weg aus (Knopf drücken).

6. Lassen Sie den Bestand 5 Jahre weiter wachsen (Knopf drücken).

- Wiederholen Sie die Schritte 2-6 beliebig oft.


Hinweise zur 3D-Ansicht “Im Wald”:


Waldfunktionen


Der Wald hat eine unterschiedliche Funktion für die verschiedenen Nutzer. Die wichtigsten Waldfunktionen werden in der Simulation vereinfacht abgebildet. Einige Funktionen, wie z.B. der Wasserschutz, lassen sich in diesem Beispiel jedoch nicht verdeutlichen.


1. Funktion Erlös

Dieses ist eine wichtige Funktion aus Sicht des Waldbesitzers. Ein Forstbetrieb kann auf Dauer nur nachhaltig wirtschaften, wenn er auch ein regelmäßiges Einkommen hat. In der Simulation werden zwei Indikatoren zu dieser Funktion dargestellt. Erstens wird der Bestandeswert als der Wert aller Bäume ermittelt, wenn diese sofort verkauft werden könnten. Der angegebene Wert ergibt sich aus dem Volumen der Stämme. Von diesem Wert müßte man allerdings die Holzerntekosten, Steuern und die Kulturkosten abziehen, wenn man ihn im Rahmen eines Kahlschlags realisieren möchte. Interessant ist allerdings die Veränderung über die Zeit, die durch das Wachstum, das Absterben und die Entnahme von Bäumen beeinflußt wird. Die Preise werden in der Simulation stabil gehalten. Der zweite Indikator Erlös ergibt sich aus der Entnahme und der Möglichkeit, das entnommene Holz zu verkaufen. Die Preise für die Baumarten unterscheiden sich, mit zunehmenden Durchmesser steigt der Preis pro Kubikmeter Holz, bei der Fichte nimmt er ab einem gewissen Durchmesser wieder ab. Dies hängt damit zusammen, daß sich stärkeres Holz z.Zt. nur schwer verkaufen läßt und die dickeren Stämme einer höheren Wahrscheinlichkeit der Entwertung durch Fäule und Pilze unterliegen. In der Simulation wird davon ausgegangen, daß Sie die Holzerlöse mit einer Verzinsung von 4% bei einer Bank anlegen, daher steigt der Betrag des Holzerlöses von Zeitschritt zu Zeitschritt auch wenn Sie keine Holzernte durchgeführt haben,


2. Funktion Holzvorrat

Der Holzvorrat ist die aufstockende Holzmasse. Auch sie ändert sich über die Zeit durch Wachstum, Mortalität, Entnahmen und Einwuchs. Im Sinne einer nachhaltigen Erzeugung und Bereithaltung von Holz sollte der Holzvorrat nicht zu stark gesenkt werden.


3. Funktion Rohstoff

Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff für unsere Gesellschaft auf den wir nicht verzichten können. In der Bundesrepublik wird mehr Holz verbraucht als in den heimischen Wäldern eingeschlagen wird. Der Import von Holz aus anderen Ländern hat leider z.T. die Folge, daß in einigen Ländern riesige Plantagen angelegt, die nicht immer als ökologisch wertvoll eingestuft werden können, oder daß Waldgebiete wie die Regenwälder unkontrolliert genutzt werden, und für immer verloren gehen.


4. Funktion Arbeit

Der Wald stellt seit Jahrhunderten auch Arbeitsplätze. Gerade in ländlichen Räumen hat diese Funktion z. T. noch heute eine große Bedeutung. In diesem Sinne ist die Arbeitsfunktion zu werten, die in der Simulation mit dem Betrag für das Fällen und Rücken der Stämme ausgedrückt wird, die der Waldarbeiter für seine Tätigkeit erhält. Die Erneuerung des Weges wird mit pauschal 540€ angesetzt (gleichzeitig reduziert sich die Erlösfunktion um diesen Betrag).


5. Funktion CO2 Speicher

Wald kann einen Beitrag zur Reduktion des Treibhausgases CO2 leisten. Pro Kilogramm Holz werden im Schnitt 1,44 kg CO2 gebraucht. Ein vorratsreicher Wald mit einem hohen Zuwachs hat daher ein großes CO2-Minderungspotential. Pro Tonne Holz können allein bei der Verbrennung im Vergleich zu Heizöl je nach Baumart zwischen 1,3 und 1,8 Tonnen eingespart werden. Die Verbrennung des Holzes sollte jedoch erst am Ende der Holznutzung erfolgen, weil die Verwendung von Holz z.B. für Möbel, Bodenbeläge, Fenster und im Bau in der Regel zu einer größeren CO2-Minderung führt.


6. Funktion Naturschutz

Der Wald ist Rückzugsgebiet und Lebensraum vieler Arten, daher kommt der Naturschutzfunktion eine große gesellschaftliche Bedeutung zu. Die Waldfunktion Naturschutz wird in der Simulation mit den drei Indikatoren Diversität, Totholz und Habitatbäume abgebildet.

Diversität bedeutet im Wald Vielfalt, nämlich viele Baumarten, große und kleine Bäume, lichte und schattige Stellen. Durch die Vielfalt wird das Lebensangebot im Wald bestimmt, allgemein gilt die Regel je mehr Diversität desto mehr Arten können dort leben. Bisher kann man leider nicht genau festlegen, wieviel Diversität in einem bestimmten Waldtyp notwendig bzw. wünschenswert ist. Man muß auch Bestandesdiversität von großflächiger Diversität unterscheiden. In der Simulation kann nur die Diversität auf Bestandesebene betrachtet werden. Der Indikator wird aus dem Verhältnis jedes Baumes zu seinen Nachbarn hergeleitet.

Das Totholz im Wald ist ein wichtiger Lebensraum für viele Arten, besonders Pilze und Insekten. Die Menge Totholz wird am Anfang der Simulation berechnet. Nach jedem Simulationsschritt wird die Menge neu bestimmt, wobei für Laubholz eine Zerfallsrate von 3,5% und für Fichte eine von 2,5% unterstellt wird. Für die Bewertung wird der aktuelle Totholzwert mit dem Anfangswert verglichen. Weicht der Wert 5% positiv ab, so hat sich der Totholzanteil verbessert, weicht der Wert 5% negativ ab, so hat sich der Totholzanteil verschlechtert.

Mit Habitatbäumen sind große und starke Bäume gemeint, die im Rahmen der Holzernte nicht genutzt werden. Diese bieten eine Lebensgrundlage für spezielle Tier- und Vogelarten, z.B. für Spechte. In der Simulation wird für den Indikator Habitatbäume die Zahl der Bäume mit einem Durchmesser von über 75cm bewertet.


7. Funktion Erholung

In unserer Gesellschaft bietet der Wald eine ideale Möglichkeit zur Erholung und Entspannung. Besonders in stadtnahen Gebieten wird der Wald von vielen Spaziergängern, Wanderern, Joggern und Radfahrern genutzt. Die Waldbesitzer stellen die dafür notwendige Infrastruktur, wie Wege, Bänke, Parkplätze und Hinweistafeln meist kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung. In der Simulation wird die Erholungsfunktion vereinfacht über den Zustand eines Weges abgebildet.


8. weitere Waldfunktionen

Im Rahmen dieser Simulationen lassen sich die weiteren Waldfunktionen, wie z.B. der Wasserschutz nicht darstellen. Es sei aber daraufhin gewiesen, daß im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft noch weitere Waldfunktionen berücksichtigt werden müssen.




SimWald

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